<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
    <?xml-stylesheet href="https://sr-mediathek.de/pcast/xslt/podstyle_utf8.xsl" type="text/xsl"?>
    <rss version="2.0" 
    xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
    xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
    xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
    xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
    xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" >
    <channel>
      <title>HUMAN MINDED</title>
      <link>https://www.sr.de/humanminded</link>
    <itunes:new-feed-url>https://sr-mediathek.de/pcast/feeds/SR_HM_P/feed.xml</itunes:new-feed-url>
    <description>Stellst du dich vor die geladene Kalaschnikow eines Terroristen, um Kinder zu schützen? Setzt du dein Leben aufs Spiel, um Menschen bei der Flucht in die Freiheit zu helfen? Was bringst du ein in unsere Gemeinschaft? Humane Gesinnung oder Ellenbogenmentalität? HUMAN MINDED erzählt jede Woche eine spannende Geschichte über außergewöhnliche Menschen, die Nächstenliebe und Uneigennützigkeit tatsächlich vorgelebt haben. Menschen, die trotz ihres großen Mutes und ihres selbstlosen Engagements dennoch weitgehend unbekannt sind. Menschen und ihre Geschichten, die du so schnell nicht wieder aus dem Kopf bekommst.</description>   
    <language>de</language>
    <atom:link href='https://sr-mediathek.de/pcast/feeds/SR_HM_P/feed.xml' rel="self" type="application/rss+xml" />
    <copyright>SR</copyright>   
    <lastBuildDate>Wed, 22 Jul 2026 22:31:13 +0200</lastBuildDate>
    <image>
      <url>https://sr-mediathek.de/img/sendungen/SR_HM_P~_v-sr_Square_1400.jpg?eb0c8fb95887f06e1f9ce5e1984cc198</url> 
      <title>HUMAN MINDED</title> 
      <link>https://www.sr.de/humanminded</link> 
    </image>
    
    <itunes:image href="https://sr-mediathek.de/img/sendungen/SR_HM_P~_v-sr_Square_1400.jpg?eb0c8fb95887f06e1f9ce5e1984cc198" /> 
    <managingEditor>webmaster@sr-multimedia.de</managingEditor>
    <webMaster>webmaster@sr-multimedia.de</webMaster>
    <generator>manual</generator>
    <ttl>300</ttl>
    <itunes:owner>
      <itunes:name>SR</itunes:name>
      <itunes:email>webmaster@sr-multimedia.de</itunes:email>
    </itunes:owner>
  
    <itunes:author>SR</itunes:author>
    <itunes:explicit>no</itunes:explicit>
    
    <itunes:summary>Stellst du dich vor die geladene Kalaschnikow eines Terroristen, um Kinder zu schützen? Setzt du dein Leben aufs Spiel, um Menschen bei der Flucht in die Freiheit zu helfen? Was bringst du ein in unsere Gemeinschaft? Humane Gesinnung oder Ellenbogenmentalität? HUMAN MINDED erzählt jede Woche eine spannende Geschichte über außergewöhnliche Menschen, die Nächstenliebe und Uneigennützigkeit tatsächlich vorgelebt haben. Menschen, die trotz ihres großen Mutes und ihres selbstlosen Engagements dennoch weitgehend unbekannt sind. Menschen und ihre Geschichten, die du so schnell nicht wieder aus dem Kopf bekommst.</itunes:summary>
    <itunes:subtitle>Spannende Geschichten über  außergewöhnliche Menschen, deren Menschenliebe, Haltung und Courage bemerkenswert waren. Dennoch kennt kaum jemand diese Menschen. Geschichten aus unterschiedlichen Epochen und  Regionen. Wie wertvolle Ausgrabungen.</itunes:subtitle> <itunes:category text="Education"> </itunes:category>  <itunes:category text="News &amp; Politics"> </itunes:category>  <itunes:category text="Society &amp; Culture"> </itunes:category> <item>
    <title>Wesley Autrey - Der sich aufs Gleis wirft. Um Leben zu retten.</title>
    <itunes:subtitle>In der New Yorker U-Bahn liegt ein junger Mann hilflos auf dem Gleis. Will man ihn retten, muss man selbst aufs Gleis. Niemand traut sich, bis Wesley Autrey tatsächlich springt.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Wesley Autrey. 50 Jahre. Bauarbeiter in New York. Ein liebevoller Familienmensch, der sich zudem in der Arbeitergewerkschaft Local 79 engagiert. Wesley geht mit offenen Augen durch die Welt, er ist hilfsbereit und er hat Zivilcourage. Als er einen hilflosen Mann auf dem Gleis der New Yorker U-Bahn sieht, nimmt er allen Mut zusammen und springt selbst aufs Gleis, um den Mann zu retten. Ein waghalsiges Unterfangen.   Podcast-Tipp: &quot;Bücher in Asche&quot;. Als die Anna Amalia Bibliothek in Weimar brennt, eilen Menschen aus der ganzen Stadt zur Bibliothek und packen mit an. Jetzt in der ARD-Audiothek. https://1.ard.de/buecherinasche?cp=sr</itunes:summary>   
    <description>In der New Yorker U-Bahn liegt ein junger Mann hilflos auf dem Gleis. Will man ihn retten, muss man selbst aufs Gleis. Niemand traut sich, bis Wesley Autrey tatsächlich springt.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_35727_20240616_142855.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_35727_20240616_142855.mp3" length="26915364" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_35727_20240616_142855.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/35727_SR_HM_P_1718540935~_v-sr_Square_1400.jpg?490e4d97b6449bbf656b7f5487c6f7e7'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Wesley Autrey;Heldentat;Zivilcourage;New Yorker U-Bahn;Nächstenliebe;Mut;Solidarität</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><content:encoded><![CDATA[ <p>HUMAN MINDED. Wesley Autrey. Der sich auf‘s Gleis wirft. Um ein Menschenleben zu retten. Eine wahre Geschichte.</p><p>Dienstagmittag, 2. Januar 2007. Im Norden Manhattans. Wesley Autrey geht mit seinen Töchtern Suqui und Syshe zur U-Bahnstation in der 137. Straße. Hier hält die Linie 1, die Broadway-Seventh Avenue Local. Wesley’s Mädchen sind sechs und vier Jahre alt. Er sieht sie nur selten, seit sich seine Freundin von ihm getrennt hat.</p><p><em>Suqui: „Daddy. Du hast versprochen, dass wir wieder in den Zoo gehen.“</em></p><p><em>Wesley: „Ja klar. Und das Versprechen halte ich auch. Nur ist es zurzeit vielleicht ein bisschen zu kalt dafür, oder? Sobald es wieder wärmer wird, gehen wir zusammen in den Zoo.“</em></p><p>Wesley Autrey. 50 Jahre. Bauarbeiter in New York. Den Großteil seiner Kindheit hat er auf einer kleinen Farm in Alabama verbracht. Später zieht seine Mutter mit den Kindern nach New York City. In Harlem geht Wesley zur Schule. Mit 17 meldet er sich bei der US-Marine. Nach dem Militärdienst arbeitet er beim United States Postal Service und schließlich sattelt er um, baut Hochhäuser als&nbsp;Bauarbeiter. Zudem engagiert er sich in der Arbeitergewerkschaft Local 79. Wesley ist Familienmensch. Liebevoll kümmert er sich um seine Mutter, um die Kinder seines erwachsenen Sohnes aus erster Ehe und auch um die Töchter seiner Schwester.</p><p><em>Suqui: „Ist den Elefanten auch kalt?“</em></p><p><em>Wesley: „Ja. Die haben zwar ‘ne dicke Haut. Aber denen ist auch kalt.“</em></p><p>Es ist viertel vor eins. Wesley und seine Töchter erreichen die U-Bahn-Station...</p><p><em>Wesley: „Vorsicht…“</em></p><p>… und nehmen den Eingang durch das Drehkreuz.</p><p><em>Wesley: „… nicht den Kopf stoßen.“</em></p><p>Plötzlich beobachtet Wesley, wie ein junger Mann auf dem Bahnsteig den Halt verliert und zu Boden fällt. Es ist Cameron Hollopeter, 20jähriger Filmstudent aus New York. Ein epileptischer Anfall hat ihn übermannt.</p><p><em>Wesley: „Kugelschreiber! Hat jemand einen Kugelschreiber? Wir müssen ihm was zwischen die Zähne schieben. Der beißt sich sonst die Zunge ab.“</em></p><p>Sehr schnell erholt sich Cameron von dem Anfall. So scheint es zumindest. Wesley und zwei umstehende Männer helfen ihm auf die Beine. Sie stützen ihn für ein paar Minuten.</p><p><em>Wesley: „Und? Geht’s wieder?“</em></p><p><em>Cameron: „Ja. Danke. Geht wieder.“</em></p><p><em>Wesley: „Kommst Du klar? Oder sollen wir Dich begleiten?“</em></p><p><em>Cameron: „Nein, nein. Nicht nötig. Vielen Dank.“</em></p><p>Gerade will sich Wesley wieder seinen Töchtern zuwenden, da sieht er, dass Cameron ganz und gar nicht klarkommt. Wieder fällt er zu Boden. Doch diesmal über die Bahnsteigkante mitten auf das Gleis. Wesley eilt Cameron hinterher und versucht, ihn zurück auf die Plattform zu ziehen. Cameron zittert am ganzen Leib. Seine Gliedmaßen rudern völlig unkontrolliert. Von der Bahnsteigkante aus versucht Wesley, eine Hand Cameron’s zu greifen, einen Arm, doch rutschen sie ihm immer wieder weg.</p><p><em>Wesley: „Verdammt. Mann! So krieg‘ ich Dich nie zu fassen.“</em></p><p>So sehr sich Wesley auch streckt, er muss einsehen, dass er keine Chance hat, Cameron vom Gleis zu ziehen. Niemand, der ihm in diesem Moment zu Hilfe eilt. Niemand, der sich wie er so nah an das Gleis traut. Jeden Moment fährt die U-Bahn ein. Wesley verzweifelt. Doch er hört seine innere Stimme.</p><p><em>Wesley’s innere Stimme: „Du Idiot. Du musst runterspringen und ihm das Leben retten. Los, mach schon!“</em></p><p>Wesley ruft zwei Frauen, die drei Meter hinter ihm stehen, etwas zu:</p><p><em>Wesley: „Ey! Passt auf meine Töchter auf!“</em></p><p>Dann springt er runter aufs Gleis. Er sieht Lichtreflexe im U-Bahnschacht, die sich in Scheinwerfer verwandeln. Scheinwerfer, die sich auf ihn zubewegen. Wesley legt sich auf Cameron’s Rücken. Direkt in der Mulde zwischen den beiden Schienen. Mit aller Kraft versucht er, Cameron’s Arme und Beine unter Kontrolle zu bekommen. Weg von den Schienen. Tief rein in die Mulde zwischen den Gleissträngen. Um sie dort mit seinen eigenen Armen und Beinen zu fixieren. Dann drückt Wesley seinen Kopf in Cameron’s Nacken.</p><p><em>Wesley: „Bleib unten, verdammt. Bleib unten. Und hör auf, dich zu wehren. Das ist die einzige Chance, die wir haben.“</em></p><p>Wesley hört Schreie. So gellend, wie er noch nie welche zuvor gehört hat. Sie bohren sich tief in sein Inneres. Die Gleisschwellen beginnen zu vibrieren. Als hätten sich Cameron’s Krämpfe auf sie übertragen. Großer Lärm kommt auf. Lärm, der die Schreie vom Bahnsteig überlagert. Unausweichlich und immer lauter steuert ein Rattern auf Wesley zu. Auf seine Ohren. Auf seinen Kopf. Wesley hält die Luft an und macht sich schwer. Jede Regung Cameron’s will er vereiteln. Die U-Bahn fährt ein. Fünf Waggons rollen über Wesley und Cameron hinweg. Es sind zwei Zentimeter. Zwei Zentimeter Abstand zwischen Wesley’s Kopf und der Bahn. Wesley hält still. Das einzige, was er jetzt noch tun kann. Die Geräuschkulisse wird immer unerträglicher. Das Quietschen der Bremsen sticht in Wesley’s Ohren. Schließlich kommt der Zug zum Stehen. Wesley und Cameron liegen fast regungslos darunter. Wieder sind panische Schreie vom Bahnsteig zu hören. Wesley fühlt sich beklommen. Was ist mit seinen Töchtern? Er muss sich kümmern. Er schreit gegen die Menge an. So laut er kann.</p><p><em>Wesley: „Ey! Ey! Es ist alles in Ordnung! Sagt den Mädchen, Daddy ist okay.“</em></p><p>Die Schreie auf dem Bahnsteig verstummen. Stattdessen beginnen die Menschen zu klatschen. Sie jubeln. Eine Träne läuft über Wesley’s Wange. Doch Erleichterung verspürt er nicht. Er weiß: Noch schweben er und Cameron in großer Gefahr. Cameron will sich lösen, leistet Widerstand. Wesley muss ihn beruhigen. Noch immer liegt sein Kopf in Cameron’s Nacken.</p><p><em>Wesley: „Ruhig. Okay. Ganz ruhig. Wir haben’s gleich geschafft. Die schalten noch den Strom ab. Und dann holen sie uns hier raus.“</em></p><p>Wesley weiß, dass zuerst der Gleisabschnitt vom Stromnetz genommen werden muss, bevor man ihn und Cameron sicher bergen kann. Und er weiß, dass die Einsatzkräfte jeden Moment kommen werden.</p><p><em>Wesley: „Ein paar Minuten noch, okay? Die halten wir noch aus. Komm, das schaffst Du.“</em></p><p>Sanitäter treffen ein. Vorsichtig ziehen sie Wesley vom Gleis. Dann Cameron. Wesley sieht seine Töchter. Ihre verstörten Mienen. Sie haben sich an die Beine der Frauen geklammert, die auf sie aufgepasst haben. Wesley nimmt Suqui und Syshe in den Arm.</p><p><em>Suqui: „Daddy! Daddy!“</em></p><p><em>Wesley: „Alles okay. Daddy ist okay.“</em></p><p>Wesley und Cameron sind äußerlich unverletzt. Ein paar Schrammen. Sonst nichts. Ein Fleck vom Schmierfett auf Wesley’s Mütze. Das ist alles. Man bringt sie ins Krankenhaus.</p><p><em>Wesley: „Ach nein. Das muss doch nicht sein. Mir ist nichts passiert.“</em></p><p><em>Sanitäter: „Wir müssen auf Nummer sicher gehen. Das ist reine Routine. Dauert auch nicht lange. Übrigens: Respekt. Das war ‘ne Heldentat. Wahnsinn.“</em></p><p><em>Wesley: „Ich weiß nicht. Ich habe nicht das Gefühl, etwas Spektakuläres getan zu haben. Ich habe nur jemanden gesehen, der Hilfe brauchte.“</em></p><p>Im Krankenhaus wartet Wesley auf den Routinecheck. Eine Krankenschwester befragt ihn.</p><p><em>Krankenschwester: „Keine Schmerzen, kein Schwindel, keine Erschöpfung – nichts?“</em></p><p><em>Wesley: „Nein, nichts. Mir geht es gut. Was ist mit dem Jungen? Kann ich kurz zu ihm?“</em></p><p><em>Krankenschwester: „Der ist noch sehr durcheinander. Ich glaube, der weiß noch gar nicht, wie viel Glück er hatte.“</em></p><p>In den darauffolgenden Tagen steht Wesley’s Telefon nicht still. Jede Menge Interviewanfragen. So viele, dass Wesley’s Schwester Linda wie eine Agentin Termine abstimmt. Mitten im Trubel geht Wesley noch einmal ins Krankenhaus, um Cameron zu besuchen. Reporter heften sich an seine Fersen.</p><p><em>Wesley: „Moment! Ich weiß, es ist Ihr Job – aber: Ich muss erst alleine mit ihm sprechen. Ich werde ihn fragen, ob er für Interviews bereitsteht. Ich denke, Sie werden auch die Ärzte um Erlaubnis bitten müssen.“</em></p><p>Im Krankenhaus trifft Wesley auf Larry Hollopeter, Cameron’s Vater. Sie entscheiden, gemeinsam vor die Presse zu treten.</p><p><em>Larry: „Was Wesley Autrey für meinen Sohn und damit für unsere ganze Familie getan hat, ist noch gar nicht greifbar. Wenn ich ihn richtig verstehe, tat er es instinktiv. Jedenfalls war es ungemein selbstlos. Ich finde keine Worte dafür, wie dankbar wir sind.“</em></p><p><em>Wesley: „Ich habe es schon einmal gesagt: Es war mir eine Ehre und ein Privileg, das Leben eines Menschen zu retten.“</em></p><p>In der Folge erhält Wesley zahlreiche Auszeichnungen, Medaillen und Geldzuwendungen. Er lässt sich beurlauben, um mit seiner Geschichte Geld zu verdienen. Geld, das er für die Ausbildung seiner Kinder zurücklegen will. Alte Bekannte und Liebschaften melden sich. Sogar sein Vater - nach 30 Jahren. Wesley gerät an falsche Berater und unterschreibt nachteilige Verträge. Enttäuscht stellt er fest, dass sie am Ende alle nur darauf aus sind, ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Bis auf einige Auftritte bei Wohltätigkeitsveranstaltungen geht er dem Trubel mehr und mehr aus dem Weg und zurück zu seiner Arbeit – als Bauarbeiter.</p><p>Wesley Autrey, der Hingabe als Privileg empfindet. HUMAN MINDED.</p><p>Eine Produktion des Saarländischen Rundfunks.</p><br> ]]></content:encoded><pubDate>Thu, 20 Jun 2024 00:01:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>Lucie Aubrac - Couragierte Frau in der R&#x000E9;sistance.</title>
    <itunes:subtitle>In der R&#x000E9;sistance kämpft Lucie Aubrac gegen &quot;diese fremde Armee, die glaubt, allmächtig zu sein.&quot; Gegen die Nazis und ihre Helfershelfer. Waghalsig lockt Lucie die Gestapo in einen Hinterhalt und befreit ihren Mann aus den Fängen Klaus Barbies.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Als Kind hat Lucie Aubrac ihre Begegnung mit dem Krieg. Ihr Vater verliert im Ersten Weltkrieg das Gedächtnis. Sie erkennt ihn nicht wieder. Und er sie nicht. Lucie beschließt daraufhin, Geschichtslehrerin zu werden. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Raymond engagiert sie sich in der kommunistischen Partei Frankreichs. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Frankreich flieht sie in den Süden des Landes. Dort wird sie gemeinsam mit Raymond Fluchthelferin in der R&#x000E9;sistance. Doch die Gestapo jagt die Widerstandskämpfer. Raymond wird verhaftet und soll hingerichtet werden. Die einzige Chance, ihn zu befreien, sieht Lucie in einem wagemutigen Plan. Dabei setzt sie ihr Leben aufs Spiel. Podcast-Tipp: Caiman Club. Des Teufels Lobbyist Hagen von Grau. https://1.ard.de/caimanclub  </itunes:summary>   
    <description>In der R&#x000E9;sistance kämpft Lucie Aubrac gegen &quot;diese fremde Armee, die glaubt, allmächtig zu sein.&quot; Gegen die Nazis und ihre Helfershelfer. Waghalsig lockt Lucie die Gestapo in einen Hinterhalt und befreit ihren Mann aus den Fängen Klaus Barbies.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_34997_20240418_152615.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_34997_20240418_152615.mp3" length="26747280" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_34997_20240418_152615.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/34997_SR_HM_P_1713446775~_v-sr_Square_1400.jpg?a576a24ab0769eb5b39588513566fa3d'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>R&#x000E9;sistance;Klaus Barbie;Frankreich;Gestapo;Liberacion Sud;Aubrac;Judenverfolgung;Amnesty International</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><content:encoded><![CDATA[ <p>Human Minded. Lucie Aubrac. Die wagemutig in den Widerstand geht. Eine wahre Geschichte.</p><p>Mâcon. Eine Kleinstadt 60 Kilometer nördlich von Lyon. Hier wächst Lucie Bernard auf. Ihre Mutter ist Putzfrau und Gemüseverkäuferin. Der Vater Winzer. Lucie ist noch ein kleines Kind, als ihr Vater in den Krieg zieht. In den ersten Weltkrieg. Gegen das Deutsche Reich. Lucies Vater kommt nicht zurück. Lange Zeit gilt er als verschollen. Aber die Mutter sucht und findet ihn. Jahre später.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Lucies Mutter: „Lucie. Weißt Du, Papa spricht nicht mehr so viel und, ja, das Denken fällt ihm schwer. Er erinnert sich nicht mehr an alles. So genau jedenfalls. Ja? Nur, dass Du das verstehst.“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Lucies Mutter hat ihren Mann in einer Heilanstalt ausfindig gemacht. Nach einem heftigen Bombardement hat er das Gedächtnis verloren. Für Lucie eine einschneidende Erfahrung. Sie beschließt, Lehrerin zu werden. Geschichtslehrerin. Das Studium an der Pariser Sorbonne finanziert sie als Tellerwäscherin in einem kleinen Bistro.</p><p>&nbsp;</p><p>Die 30er Jahre. Lucie unterrichtet Geschichte an einem Straßburger Mädchengymnasium. Zudem ist sie politisch engagiert, ist Mitglied der PCF, der kommunistischen Partei Frankreichs. Ihre Bewerbung auf ein Stipendium in den USA ist erfolgreich. Sie sitzt schon auf gepackten Koffern, als sie plötzlich Raymond kennenlernt.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Lucie: „Und Du warst wirklich gerade in Amerika? Erzähl mal. Wie reich und schön sind denn jetzt die Amerikaner?“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Raymond: „Das ist schwer zu sagen. Viele sind schön. Ja. Aber nur einige wenige reich. Sozialer Sprengstoff, wenn Du mich fragst.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Lucie: „Ach, Raymond. Ich mag gar nicht mehr rüber. Ich würd‘ viel lieber hier bleiben. Hier. Bei dir.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Raymond: „Blödsinn. Die Chance solltest Du nicht sausen lassen. Keine Angst. Ich warte auf Dich. Versprochen.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p>Am Ende ist es der Krieg, der Lucies Reisepläne durchkreuzt. Lucie und Raymond bleiben zusammen und heiraten 1939. Sie erleben den Einmarsch der deutschen Nazitruppen in Nordfrankreich. Raymond ist Bauingenieur. Wie Lucie ist er in der kommunistischen Partei aktiv. Und er ist Jude. Das Paar setzt sich ab in Richtung Süden, in den von den Nazis noch unbesetzten Teil Frankreichs. Sie gehen in die sogenannte freie Zone. Nach Lyon. Dort schließen sie sich der Résistance an. Sie gründen die Widerstandsgruppe Libération-Sud. Verteilen Flugblätter, drucken die Untergrundzeitung Libération und schreiben Parolen an Hauswände.</p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Lucie: „Nazis raus! Nazis raus!“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Raymond: „Es lebe die Freiheit!“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Lucie: „Hau ab, Pétain. Hau ab!“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Der Protest der Libération-Sud richtet sich nicht allein gegen die Kriegstreiber aus Deutschland. Er richtet sich auch gegen Philippe Pétain. Pétain ist Staatschef des État Francais, dem unbesetzten Teil Frankreichs im Süden. Und Pétain hat einen Waffenstillstand mit den Deutschen unterzeichnet. Er kollaboriert. Lässt Juden jagen, um sie an die Gestapo auszuliefern. Lucie und Raymond führen ein riskantes Doppelleben. Im Untergrund organisieren sie den Widerstand und verstecken Juden, nach denen gesucht wird. Nach außen aber sind sie unauffällig, wirken rechtschaffend, fast bieder. Sie als Lehrerin, er als Ingenieur. Und beide als Eltern. Denn 1941 wird ihr erstes Kind geboren. Jean-Pierre.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Raymond: „Lucie! Sie kommen. Sie marschieren ein. Mit ihren Panzern. Sie machen auch hier alles platt. Es ist vorbei.“</em></p><p>&nbsp;</p><p>November 1942. Im sogenannten Unternehmen Anton besetzen deutsche Truppen mit Unterstützung der Italiener den Süden Frankreichs.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Lucie: „Ich werde diese Uniformen nie akzeptieren. Diese fremde Armee, die glaubt, allmächtig zu sein.“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Die Résistance-Gruppen schließen sich zusammen. Ihre geheime Armee, die armée secrète, operiert gegen das brutale Vorgehen von Gestapo-Chef Klaus Barbie, genannt: der „Schlächter von Lyon“. Barbie hat sein Hauptquartier in Lyon eingerichtet. Raymond übernimmt Verantwortung in der armée secrète. Lucie arbeitet für den Widerstand als Verbindungsagentin. Ihre Kameraden kennen sie als Catherine. Sie verhilft&nbsp;Gefangenen zur Flucht. Im März 1943 schlägt die französische Miliz zu. Sie arbeitet eng mit der Gestapo zusammen. Raymond wird verhaftet. Als Raymond Vallet. So sein Deckname. Unmittelbar nach seiner Verhaftung stürzt Lucie in das Büro des Staatsanwalts.</p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Lucie: „Ich verlange die sofortige Freilassung von Vallet. Er hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Seine Festsetzung ist absolute Willkür. Wissen Sie, ich habe Verbindungen bis ganz nach oben. Sollten Sie Vallet nicht sofort freilassen, wird das schwere Konsequenzen für Sie haben. Ich warne Sie!“</em></p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Raymond bleibt in Haft. Zwei Monate lang folgt ein Verhör aufs nächste. Dann kommt er frei. Auch weil man seine jüdische Identität nicht hat feststellen können. Kurz darauf gerät René Hardy in die Fänge Klaus Barbies. Hardy gehört zur Spitze des Widerstands. Barbie lässt ihn so lange foltern, bis er genügend Informationen über die Drahtzieher der Résistance hat. Am 21. Juni 1943 greift Klaus Barbie durch. Er lässt eine Arztpraxis in Lyon stürmen. Ein geheimer Treffpunkt führender Widerstandskämpfer. Sie werden allesamt festgenommen und gefoltert. Unter ihnen auch Raymond. Die, die an den Folterungen nicht gestorben sind, lässt Barbie zum Tode verurteilen. Derweil schmiedet Lucie einen sehr brisanten Plan. Zu diesem Zeitpunkt ist sie zum zweiten Mal schwanger. Lucie geht zum Montluc Gefängnis in Lyon. Dort, wo Raymond einsitzt. Und sie wendet sich an die Gefängnisleitung:</p><p>&nbsp;</p><p><em>Lucie: „Das ist alles ein großes Missverständnis. Er hatte einen Arzttermin. Es saß dort nur und wartete auf den Arzt. Er ist völlig unbeteiligt.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Gefängnisleiter: „Junge Frau, das haben die Sicherheitsleute vor Ort ganz anders beobachtet. Er war mittendrin. Er gehört eindeutig zu der kriminellen Gruppe.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Lucie: „Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Er ist doch gar nicht so. Schauen Sie, ich werde Mutter. Und unser Kind soll nicht unehrenhaft aufwachsen. Am Ende geht es auch um meine Ehre. Lassen Sie uns bitte noch heiraten. Ich bitte Sie.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Gefängnisleiter: „Ich kann Ihnen da nichts versprechen. Nur, dass ich es prüfen lassen werde. Das verspreche ich Ihnen.“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Lucie stützt sich bei Ihrer Bitte auf französisches Recht. Demnach ist Verlobten eine Notheirat erlaubt, wenn er oder sie schon sehr bald sterben würde. Lucies Täuschungsmanöver funktioniert. Die Heirat ist für Oktober anberaumt. Im Vorfeld beobachten Kameraden aus der armée secrète Gefangenentransporter aus dem Montluc Gefängnis. Sie notieren Uhrzeiten und Routen.</p><p>&nbsp;</p><p>Donnerstag, 21. Oktober 1943. Lucie und Raymond geben sich das Ja-Wort.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Raymond: „Ja, ich will.“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Niemand ahnt, dass sie längst ein Ehepaar sind.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Lucie: „Ja, ich will.“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Nach der Zeremonie der Eheschließung steigt Raymond in einen Gefängnisbus. Zur Rückfahrt ins Montluc Gefängnis. Doch dort kommt der Bus nicht an. Auf halber Strecke stoppen mehrere Autos der armée secrète den Bus. Die Widerstandskämpfer sind schwer bewaffnet. Spektakulär befreien sie neben Raymond auch 13 weitere Gefangene. Mitten im Gefecht: Lucie. Hochschwanger. Und beseelt.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Lucie: „Raymond. Raymond! Komm! Schnell, schnell! Jede Minute zählt. Wir müssen fort!“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Die Führung der Résistance-Bewegung hat alle Vorbereitungen getroffen: Lucie und Raymond gelingt die Flucht mit ihrem Sohn. Zunächst an einen geheimen Ort und dann nach London, wo kurze Zeit später ihre Tochter Catherine zur Welt kommt. In London behält die Familie ihren letzten Decknamen: Aubrac.</p><p>&nbsp;</p><p>Nach dem Krieg gehen die Aubracs zurück nach Frankreich. Lucie schlägt Angebote aus der Politik aus. Sie zieht es vor, wieder als Geschichtslehrerin zu arbeiten. Zudem wird sie Aktivistin für Amnesty International. In Paris beteiligt sie sich an der Gründung einer Schule, die sozial benachteiligte Kinder besonders fördert.</p><p>&nbsp;</p><p>Am 14. März 2007 stirbt Lucie Aubrac im Alter von 94 Jahren.</p><p>Lucie Aubrac. Im Widerstand. Für Freiheit und Menschenwürde. HUMAN MINDED. Eine Produktion des Saarländischen Rundfunks.</p> ]]></content:encoded><pubDate>Thu, 13 Jun 2024 00:01:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>Patrice Lumumba - Symbolfigur der afrikanischen Unabhängigkeit.</title>
    <itunes:subtitle>Mit Charisma und Mut führt Patrice Lumumba 1960 den Kongo aus der belgischen Kolonialherrschaft. Er wird erster Premierminister des unabhängigen Kongo. Lumumba will sich mehr lösen, als dem Westen lieb ist. Die CIA nimmt ihn daraufhin ins Fadenkreuz.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Mit 30 Jahren steigt Patrice Lumumba in die Politik ein. Später wird er Mitbegründer der kongolesischen Nationalbewegung MNC, dem Mouvement National Congolais. Lumumba verfolgt die panafrikanische Idee: die Einheit aller afrikanischer Menschen unabhängig von Ethnie und Nationalität. So wird er Vorkämpfer der afrikanischen Unabhängigkeitsbewegung. Im Mai 1960 gewinnt Lumumba die nationalen Wahlen haushoch. Ende Juni feiert man die Unabhängigkeit der Republik Kongo von der belgischen Kolonialherrschaft. Doch hat der Westen kein Interesse, die Kontrolle über die unermesslichen Bodenschätze im Kongo zu verlieren. Es kommt zum Konflikt, in dessen Verlauf die USA entscheiden, Lumumba töten zu lassen.</itunes:summary>   
    <description>Mit Charisma und Mut führt Patrice Lumumba 1960 den Kongo aus der belgischen Kolonialherrschaft. Er wird erster Premierminister des unabhängigen Kongo. Lumumba will sich mehr lösen, als dem Westen lieb ist. Die CIA nimmt ihn daraufhin ins Fadenkreuz.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_34996_20240418_151926.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_34996_20240418_151926.mp3" length="32235588" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_34996_20240418_151926.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/34996_SR_HM_P_1713446366~_v-sr_Square_1400.jpg?66d66f0b60f7597cc64faaba3855b086'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Kolonialpolitik;Panafrika;Freiheitskampf;Sklaventum;Lumumba;Belgien;Kongo;Unabhängigkeitskampf;Bodenschätze</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><content:encoded><![CDATA[ <p>HUMAN MINDED.&nbsp; Patrice Lumumba. Der seine Landsleute in die Freiheit f&uuml;hrt. Eine wahre Geschichte.</p><p>&nbsp;</p><p>Montag, 20. Juni 2022. Belgiens K&ouml;nig Philippe empf&auml;ngt Angeh&ouml;rige von Patrice Lumumba. Er &uuml;bergibt ihnen eine Schatulle. Darin ein Zahn - der Lumumba vor mehr als 60 Jahren aus dem Mund gerissen worden war. Nun soll der Zahn zur&uuml;ck in den Kongo.</p><p>Kasai. Eine Provinz im Kongo, der Anfang der 40er Jahre noch Belgisch-Kongo hei&szlig;t. Hier w&auml;chst Patrice Lumumba auf. Seine Familie geh&ouml;rt der kleinen ethnischen Gruppe der Tetela an. Lumumba ist ein besonders aufm&uuml;pfiger Sch&uuml;ler. So kommt er zu seinem Namen, der rebellisches Team bedeutet. Den Namen nimmt Lumumba gerne an. In der Tat ist er ein Rebell. Oftmals korrigiert er seine Lehrer vor versammelter Mannschaft und genie&szlig;t es geradezu.</p><p><em>Lumumba: &bdquo;Nein. Das ist v&ouml;lliger Unsinn, was Sie da erz&auml;hlen. Victor Hugo sagt es anders. Hugo sagt: Den Menschen fehlt nicht die Kraft. Es fehlt ihnen der Wille.&ldquo;</em></p><p>Wegen Ungehorsams wird Lumumba von der Schule geworfen. Anschlie&szlig;end schl&auml;gt er eine Beamtenlaufbahn bei der Post ein. Nebenher schreibt Lumumba f&uuml;r kongolesische Zeitschriften. In seinen Essays und Gedichten stellt er sich der belgischen Kolonialherrschaft und dem Imperialismus im Allgemeinen entgegen.</p><p><em>Lumumba: &bdquo;Dich hat man nur eine Lektion, nur ein Motto gelehrt. Sklavenarbeit oder Tod. Du bist unz&auml;hlige Tode gestorben, lagst in Dschungeln tief verborgen, und der Morast umarmte Dich ganz langsam.&ldquo;</em></p><p>Mit 30 Jahren steigt Lumumba in die Politik ein. 1955 wird er Mitglied der Belgischen Liberalen Partei im Kongo. Zudem Regionalpr&auml;sident der kongolesischen Gewerkschaft der Regierungsangestellten. Als er 1956 von einer Studienreise in Belgien in den Kongo zur&uuml;ckkehrt, verhaftet man ihn. Lumumba hat zweieinhalbtausend Dollar unterschlagen. Als Buchhalter bei der Post in Stanleyville, dem heutigen Kisangani. Er muss f&uuml;r zw&ouml;lf Monate ins Gef&auml;ngnis. Nach seiner Freilassung ist Lumumba einer der Mitbegr&uuml;nder der kongolesischen Nationalbewegung MNC, dem Mouvement National Congolais.</p><p><em>Lumumba: &bdquo;Wir verfolgen die Idee einer unabh&auml;ngigen Republik Kongo. Also den R&uuml;ckzug der belgischen Kolonialisten. Wir werden unsere Regierung afrikanisieren. Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes muss staatlich gesteuert werden, und au&szlig;enpolitisch werden wir uns auf keine Seite ziehen lassen. Die Republik Kongo soll ein neutraler Staat werden.&ldquo;</em></p><p>Ganz Afrika b&auml;umt sich mehr und mehr gegen die Fesseln des Kolonialismus auf. 1958 l&auml;dt der ghanaische Pr&auml;sident Kwame Nkrumah zur All-African-Peoples&lsquo; Conference ein. Hier kommen sich Lumumba, Nkrumah und Guineas Pr&auml;sident Ahmed Sekou Toure n&auml;her und teilen die panafrikanische Idee, die Einheit aller afrikanischer Menschen unabh&auml;ngig von Ethnie und Nationalit&auml;t. Beraten werden sie von der Aktivistin und B&uuml;rgerrechtlerin Andr&eacute;e Blouin. Ihr Sohn ist an Malaria gestorben, weil die franz&ouml;sisch-&auml;quatorialafrikanische Kolonialverwaltung ihm das lebensrettende Medikament vorenthalten hatte. Es stehe allein Europ&auml;ern zu.</p><p><em>Blouin: &bdquo;Der Tod meines Sohnes hat mich politisiert wie nichts Anderes &ndash; wissen Sie. Als ich meinen kleinen sonnengebr&auml;unten Jungen verlor, da erkannte ich endlich das Muster. Mein Schicksal war genau das meiner Landsleute.&ldquo;</em></p><p><em>Lumumba: &bdquo;Sie haben Recht, Madame Blouin. Wir m&uuml;ssen uns wehren gegen die Eindringlinge.&ldquo;</em></p><p>Das Versprechen, Kongo in die Freiheit zu entlassen, steht zu diesem Zeitpunkt seit einem dreiviertel Jahr im Raum. Der belgische K&ouml;nig Baudouin selbst hat es in einer Rede im Januar 1959 abgegeben.</p><p><em>K&ouml;nig Baudouin: &bdquo;Wir werden die kongolesische Bev&ouml;lkerung ohne Ausfl&uuml;chte in die Unabh&auml;ngigkeit f&uuml;hren, in Wohlstand und Frieden.&ldquo;</em></p><p>Doch wann?</p><p><em>K&ouml;nig Baudouin: &bdquo;Ohne sch&auml;dlichen Aufschub, aber auch ohne gedankenlose Eile.&ldquo;</em></p><p>Der Bev&ouml;lkerung geht es nicht schnell genug. Lumumba findet im Kongo &uuml;berw&auml;ltigend viele Anh&auml;nger. Die Menschen begehren auf und versammeln sich zu antikolonialen Protestm&auml;rschen, bei denen es auch zu Ausschreitungen kommt. Wie im Oktober 1959 in Stanleyville &ndash; mit 30 Toten. Die Polizei nimmt Lumumba als mutma&szlig;lichen Anstifter des Aufstands fest. Er soll f&uuml;r sechs Monate in Haft. Gleichzeitig k&uuml;ndigt die belgische Regierung f&uuml;r Dezember Regionalwahlen an. Lumumba siegt. Aus dem Gef&auml;ngnis heraus.</p><p>Sonntag, 3. Januar 1960. Die belgische Regierung gibt bekannt, einen Runden Tisch einzuberufen, an dem der &Uuml;bergang des Kongos von der Kolonialherrschaft zur Unabh&auml;ngigkeit verhandelt werden soll. Diese Konferenz beginnt Mitte Januar, und Lumumba sitzt mit am Runden Tisch. Denn man hat ihn, um die Ziele der Konferenz nicht zu gef&auml;hrden, aus der Haft entlassen und nach Br&uuml;ssel reisen lassen. Zehn Tage sp&auml;ter gibt es ein Ergebnis.</p><p><em>Reporter: &bdquo;Soeben haben die Teilnehmer des belgisch-kongolesischen Runden Tischs die Vereinbarungen ihrer Beratungen bekanntgegeben. Demnach wird Belgisch-Kongo in seine Unabh&auml;ngigkeit entlassen. Als Unabh&auml;ngigkeitsdatum hat die Konferenz den 30. Juni 1960 festgelegt. Zuvor werden in Belgisch-Kongo nationale Wahlen stattfinden. Und zwar zwischen dem 11.und dem 25. Mai.&ldquo;</em></p><p>Lumumbas Partei MNC gewinnt die Wahlen im Mai haushoch. Doch mit der Souver&auml;nit&auml;t des Kongo ist es nicht weit her. Es ist K&ouml;nig Baudouin, der Lumumba zum Regierungschef macht und ihm den westlich-orientierten Joseph Kasavubu als Pr&auml;sident vor die Nase setzt. Der Gedanke dahinter: Kongo formal zu befreien, aber gleichzeitig die Kontrolle &uuml;ber die unermesslichen Bodensch&auml;tze des Landes zu behalten. Doch schon die Unabh&auml;ngigkeitsfeier am 30. Juni 1960 in Leopoldville, dem heutigen Kinshasa, macht den Belgiern einen Strich durch die Rechnung. K&ouml;nig Baudouin spricht als Ehrengast auf der Feier.</p><p><em>K&ouml;nig Baudouin: &bdquo;Die Unabh&auml;ngigkeit des Kongo ist der Erfolg des Werkes des genialen Leopold II. Von ihm begonnen mit hartn&auml;ckigem Mut und von Belgien mit Ausdauer zu Ende gef&uuml;hrt. Gef&auml;hrden Sie die Zukunft nicht durch &uuml;bereilte Reformen. Und scheuen Sie sich nicht, zu uns zu kommen. Wir werden Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.&ldquo;</em></p><p>Lumumba f&uuml;hlt sich herausgefordert. Denn der vermeintlich geniale K&ouml;nig Leopold II. hat den Kongo 75 Jahre zuvor in Beschlag genommen und aufs &Uuml;belste gepl&uuml;ndert. Mindestens acht Millionen Kongolesen sind dabei ermordet worden. Entschlossen geht der neu gew&auml;hlte Premierminister Patrice Lumumba zum Rednerpult.</p><p><em>Lumumba: &bdquo;Man hat uns mit Ironie behandelt. Mit Herablassung und mit Beleidigungen. Wir sind geschlagen worden. Morgens, mittags, abends. Geschlagen worden, weil wir Neger sind. Wer wird die Erschie&szlig;ungen vergessen und die Kerker, in denen jene schmachteten, die sich der Ausbeutung nicht unterwerfen wollten? Wir haben einen gerechten und edlen Kampf gek&auml;mpft. Und wir sind stolz auf diesen Kampf. Der unerl&auml;sslich war, um der dem&uuml;tigenden Sklaverei ein Ende zu setzen.&ldquo;</em></p><p>Sehr schnell muss der Westen erkennen, dass der Plan, den Kongo weiterhin zu kontrollieren, nicht aufgeht. Lumumba will Bergbauunternehmen und gro&szlig;e Plantagen verstaatlichen. Er will die reichen Bodensch&auml;tze &ndash; Uran, Kupfer, Gold, Diamanten, Zink &ndash; f&uuml;r seine Landsleute sichern. Die Tage der Ausbeutung durch die Belgier und deren Verb&uuml;ndeten im Westen seien gez&auml;hlt. Die USA steuern dagegen. Die CIA bezahlt kongolesische Politiker daf&uuml;r, im Land Stimmung gegen Lumumba zu machen. Zudem engagiert sie Mittelsm&auml;nner, die Protestm&auml;rsche organisieren und daf&uuml;r sorgen sollen, dass es Gewalt auf den Stra&szlig;en gibt. Keine zehn Tage nach der Unabh&auml;ngigkeitsfeier landen belgische Fallschirmj&auml;ger mit Unterst&uuml;tzung der USA im Kongo. Zum Schutz belgischer Zivilisten, wie es hei&szlig;t.</p><p>Am 11. Juli muss Lumumba die n&auml;chste Niederlage einstecken. Der Regionalpr&auml;sident der Provinz Katanga, Moise Kapenda Tschombe, meldet sich zu Wort.</p><p><em>Tschombe: &bdquo;Die Provinz Katanga erkl&auml;rt hiermit ihre politische Unabh&auml;ngigkeit vom Kongo. Wir sind nicht l&auml;nger gewillt, uns von einer kommunistischen Regierung ins Verderben schicken zu lassen.&ldquo;</em></p><p>Tschombe ist ein alter Gegenspieler Lumumbas. Bei der Abspaltung der Provinz Katanga hat er die Unterst&uuml;tzung der Belgier und US-Amerikaner. Katanga ist die rohstoffreichste Gegend im Kongo. Lumumba wendet sich an die Vereinten Nationen.</p><p><em>Lumumba: &bdquo;Die Lage im Kongo ger&auml;t aus den Fugen. Schicken Sie UN-Truppen, um mir zu helfen, das Land zu beruhigen.&ldquo;</em></p><p>Die USA und Frankreich verhindern das. Vom Westen entt&auml;uscht sucht Lumumba die Unterst&uuml;tzung der Sowjetunion. Damit &uuml;berschreitet er eine rote Linie im Kalten Krieg. Auf Anordnung des US-Pr&auml;sidenten Eisenhower telegrafiert die CIA an ihr B&uuml;ro im Kongo:</p><p><em>Telegramm: &bdquo;Im Interesse der freien Welt haben wir beschlossen, dass die Ermordung Lumumbas unser vorrangiges Ziel ist.&ldquo;</em></p><p>Pr&auml;sident Kasavubu entl&auml;sst am 5. September Lumumba als Premierminister. Zudem stellt man Lumumba unter Hausarrest.</p><p><em>Lumumba: &bdquo;Das ist Unrecht. Ich bin gew&auml;hlt. Das kongolesische Volk steht hinter mir.&ldquo;</em></p><p>Mittwoch, 14. September 1960. Mit Unterst&uuml;tzung Belgiens und der USA putscht sich Armeegeneral Sese Seko Mobutu an die Macht. Dabei l&auml;sst er Pr&auml;sident Kasavubu im Amt und sichert sich so die Anerkennung seiner Regierung durch die Vereinten Nationen. Derweil versucht Lumumba dem Hausarrest zu entkommen. Das Milit&auml;r verhaftet ihn, und General Mobutu l&auml;sst Lumumba und zwei seiner Vertrauten ausliefern &ndash; an Lumumbas politischen Gegenspieler: Tschombe in der Provinz Katanga. Dort werden die Gefangenen schwer misshandelt und schlie&szlig;lich an eine Waldh&uuml;tte gebracht.</p><p><em>Lumumba: &bdquo;Sie werden uns jetzt t&ouml;ten. Richtig?&ldquo;</em></p><p><em>Soldat: &bdquo;Richtig. Das werden wir.&ldquo;</em></p><p>Am Dienstag, den 17. Januar 1961 wird Patrice Lumumba von einem Erschie&szlig;ungskommando hingerichtet. Da ist er gerade 35 Jahre alt. Um die Ermordung zu verschleiern, zerhacken belgische Soldaten den Leichnam und l&ouml;sen ihn in Batteries&auml;ure auf. Zuvor rei&szlig;t einer der Soldaten Lumumba einen Schneidezahn raus. Als Troph&auml;e, die er bis zu seinem Tod im Jahr 2000 f&uuml;r sich beh&auml;lt. 2002 entschuldigt sich Belgien beim kongolesischen Volk f&uuml;r seine Rolle bei der Ermordung Lumumbas.</p><p>Patrice Lumumba. Symbolfigur der afrikanischen Unabh&auml;ngigkeitsbewegung.</p> ]]></content:encoded><pubDate>Thu, 06 Jun 2024 00:01:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>Fannyann Eddy - Im Kampf für die Vielfalt der Liebe.</title>
    <itunes:subtitle>Fannyann Eddy verschreibt sich den Menschenrechten. Mutig gründet sie 2002 die Sierra Leone Lesbian and Gay Association, die erste Organisation dieser Art im Land. Trotz zahlreicher Morddrohungen lässt sie sich nicht aufhalten.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Fannyann ist eine junge Frau, die ihre Identität längst verinnerlicht hat. Ohne große Scheu sagt sie, dass sie lesbisch ist. In ihrer Heimat stehen sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe. Lesbische Liebe hingegen wird im Gesetzbuch gar nicht erwähnt. Nur ein Hinweis auf die geringe Beachtung der Frauen in Sierra Leone. Nach dem Bürgerkrieg in ihrem Heimatland gründet Fannyann Eddy die Sierra Leone Lesbian and Gay Assocoation. Sie hilft ausgegrenzten, misshandelten und traumatisierten Menschen. Ihr Kampf führt sie bis zur UN-Menschenrechtsorganisation. Ihre Popularität bringt sie am Ende in tödliche Gefahr.</itunes:summary>   
    <description>Fannyann Eddy verschreibt sich den Menschenrechten. Mutig gründet sie 2002 die Sierra Leone Lesbian and Gay Association, die erste Organisation dieser Art im Land. Trotz zahlreicher Morddrohungen lässt sie sich nicht aufhalten.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_34995_20240418_151046.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_34995_20240418_151046.mp3" length="29369808" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_34995_20240418_151046.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/34995_SR_HM_P_1713445846~_v-sr_Square_1400.jpg?7c7183d3619bce16347a1d76c5fb4f96'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>LGBTIQ;Gays;Lesbians;Sierra Leone;Menschenrechte;Eddy;Hirschfeld;Fannyann;Diversität;queer</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><content:encoded><![CDATA[ <p><u>HUMAN MINDED_ </u><u>Fannyann Eddy</u></p><p>Sierra Leone. Anfang der 90er Jahre. Fannyann Eddy bereitet ihre Flucht vor. Sie muss ihre Heimat verlassen. Der B&uuml;rgerkrieg in Sierra Leone fordert zigtausend Todesopfer. Korruption und Diamantenschmuggel, soziale Ungerechtigkeit, Spaltung in der Gesellschaft und weitverbreitete Armut. All das hat zu einem brutalen Widerstandskampf gef&uuml;hrt. An seiner Spitze: Foday Sankoh.</p><p>Sankoh: &bdquo;Seit mehr als 30 Jahren, seit unserer Unabh&auml;ngigkeit, verfolgen die Politiker in unserem Land nur zwei Ziele: Korruption und Vetternwirtschaft. Damit muss Schluss sein.&ldquo;</p><p>Sankoh ist Anf&uuml;hrer der Rebellenbewegung RUF, die Revolutionary United Front. Viele Sierra Leoner feiern ihn als Befreier, andere halten auch ihn f&uuml;r im Grunde korrupt. Bis zu 45.000 Soldaten k&auml;mpfen &uuml;ber Jahre unter Sankohs Kommando. Auch Kinder m&uuml;ssen in den Krieg.</p><p>Als Teenager wird Fannyann zum Fl&uuml;chtling. Sie hat nur eine Perspektive, nur eine Idee: Sie will &uuml;berleben. Mehr als anderthalb Millionen Menschen fliehen in den 90er Jahren aus Sierra Leone. Nach einer beinahe endlosen Odyssee kommt Fannyann schlie&szlig;lich in einem Fl&uuml;chtlingslager in Simbabwe unter. Sie lernt sich zu wehren. Gegen &uuml;bergriffige M&auml;nner, die ihr zu nah kommen.</p><p>Fannyann: &bdquo;Hey, noch einen Schritt und ich werde kratzen und bei&szlig;en. Ich werde schreien wie ein abgeschlachteter Stummelaffe. Meine Br&uuml;der und Cousins warten nur auf Typen wie dich.&ldquo;</p><p>Fannyann ist eine junge Frau, die ihre Identit&auml;t l&auml;ngst verstanden, l&auml;ngst verinnerlicht hat. Und sie steht zu ihr. Ohne gro&szlig;e Scheu sagt sie, dass sie lesbisch ist. In ihrer Heimat stehen sexuelle Handlungen zwischen M&auml;nnern unter Strafe. Lesbische Liebe hingegen wird im Gesetzbuch gar nicht erw&auml;hnt. Nur ein Hinweis auf die geringe Beachtung der Frauen in Sierra Leone. Fannyann ist fest entschlossen, eines Tages in ihr Heimatland zur&uuml;ckzukehren, um f&uuml;r mehr Gerechtigkeit zu sorgen, f&uuml;r Menschenrechte zu k&auml;mpfen.</p><p>In Esther findet Fannyann ihre gro&szlig;e Liebe. Esther Chikalipa, die ein Kind mit in die Beziehung bringt. Gemeinsam ziehen Esther und Fannyann ihren Sohn gro&szlig;.</p><p>Esther: &bdquo;Fanny. Warum willst Du unbedingt zur&uuml;ck? Zur&uuml;ck nach Sierra Leone? Was treibt Dich an?&ldquo;</p><p>Fannyann: &bdquo;Hm. Es kann ja sein, dass Du mich f&uuml;r eine Tr&auml;umerin h&auml;ltst. Aber ich mag sie nicht aufgeben, meine Tr&auml;ume. Dass mehr und mehr Frauen befreit werden, wei&szlig;t Du? Dass sie festhalten d&uuml;rfen an dem, woran sie glauben. Danach leben d&uuml;rfen. Ohne Angst. Ich tr&auml;ume von einer Welt ohne Diskriminierung, ohne Folter und Gewalt.&ldquo;</p><p>Fannyann bereitet ihre R&uuml;ckkehr nach Sierra Leone vor. In Harare sucht sie das B&uuml;ro der Organisation Gays and Lesbians of Zimbabwe auf. Dort trifft sie Keith Goddard, den Direktor. Sie bittet ihn um Unterst&uuml;tzung beim Aufbau eines ebensolchen Verbandes in Sierra Leone.</p><p>Goddard: &bdquo;Ich finde es bemerkenswert, dass Du das tun willst. Du selbst hast doch eigentlich nichts zu bef&uuml;rchten, solange Du Dein Leben lebst und Dich dabei ruhig verh&auml;ltst. Allerdings - also: Wenn Du Deine Stimme erhebst und laut wirst, dann&hellip; ja dann kann Dir alles M&ouml;gliche drohen.&ldquo;</p><p>Fannyann: &bdquo;Ich wei&szlig;. Man wird mir drohen. Aber im Namen der Liebe, unserer Liebe, darf und werde ich mich nicht einsch&uuml;chtern lassen. Solange Menschen get&ouml;tet werden, nur weil sie nicht in das Heteromuster passen, solange kann ich keine Ruhe finden und keine geben.&ldquo;</p><p>Januar 2002. Der B&uuml;rgerkrieg in Sierra Leone ist zu Ende. Einer der verheerendsten Konflikte im postkolonialen Afrika. Allein 45.000 Zivilisten haben ihr Leben verloren. Kinder, zur Waffe gezwungen, sind traumatisiert. Junge Frauen sind Opfer sexualisierter Gewalt geworden. Eine Wahrheits- und Vers&ouml;hnungskommission wird eingesetzt, um den Opfern von Kriegsverbrechen eine Stimme zu geben. M&uuml;hsam arbeitet man am Wiederaufbau des Landes. Mit ambitionierten Pl&auml;nen begibt sich Fannyann Eddy zur&uuml;ck in ihr Heimatland. Sie erreicht Freetown und vernetzt sich schnell in der queeren Szene. Sie gr&uuml;ndet die SLLGA, die Sierra Leone Lesbian and Gay Association, die erste Organisation dieser Art im Land.</p><p>Fannyann: &bdquo;Wir m&uuml;ssen das alles dokumentieren. Die Schl&auml;ge, die Diskriminierungen, die willk&uuml;rlichen Verhaftungen. Schwarz auf wei&szlig; sollen sie das haben und sich damit auseinandersetzen.&ldquo;</p><p>Zudem organisieren Fannyann und ihre Mitstreiter psychologische Betreuung f&uuml;r ver&auml;ngstigte Freundinnen und Freunde in der Untergrund-gemeinschaft. Ihre Appelle richten sie direkt an die Regierungs-ministerien.</p><p>Fannyann: &bdquo;K&uuml;mmern Sie sich endlich um die Gesundheit und um die Menschenrechte von Schwulen und Lesben. Die Unterdr&uuml;ckung, der wir ausgesetzt sind, wird von Ihnen ja auch noch staatlich gef&ouml;rdert. Setzen Sie dem Ganzen ein Ende.&ldquo;</p><p>Je mehr sich Fannyann engagiert, desto &ouml;fter erh&auml;lt sie Drohbriefe. Man werde sie verpr&uuml;geln, mundtot machen, abstechen, hinrichten. Doch sie gibt nicht nach, will sich nicht aufhalten lassen. Sorgen macht sie sich vielmehr um die Sicherheit ihrer Familie. Fannyann ist viel unterwegs, aber sie bleibt eine treusorgende Mutter.</p><p>Fannyann: &bdquo;Hallo, mein Schatz.&ldquo;</p><p>Sohn: &bdquo;Hallo. Wann kommst Du zur&uuml;ck?&ldquo;</p><p>Fannyann: &bdquo;&Uuml;bermorgen. &Uuml;bermorgen bin ich wieder bei Dir. Wie war Dein Tag? Was hast Du unternommen?&ldquo;</p><p>Sohn: &bdquo;War ganz okay. Wir haben Fu&szlig;ball gespielt. Jetzt hab&lsquo; ich Hunger.&ldquo;</p><p>Fannyann: &bdquo;Ja klar. Fu&szlig;ball macht hungrig. Gibt bestimmt gleich was zu essen. Wei&szlig;t Du was? Ich rufe Dich morgen wieder an, um dieselbe Zeit, und dann verr&auml;tst Du mir, was ich Dir mitbringen soll. Okay?</p><p>Sohn: &bdquo;Ja. Aber ich wei&szlig; jetzt schon...&ldquo;</p><p>Fannyann: &bdquo;Nein. Sag&rsquo;s mir besser morgen. Wenn es dann immer noch derselbe Wunsch ist, dann ist er richtig. Okay? Gute Nacht, mein Schatz.&ldquo;</p><p>Sohn: &bdquo;Gute Nacht.&ldquo;</p><p>2004 wird zum Schicksalsjahr f&uuml;r Fannyann Eddy. Im Februar reist sie nach Johannesburg, um einen Vortrag beim All Africa Symposium zu halten. Sie prangert vor allem die Gesetzgebung in Sierra Leone an.</p><p>Fannyann: &bdquo;Offensichtlich sind queere Kriminelle die b&ouml;seren im Vergleich zu heterosexuellen Kriminellen. Eine Ungleichheit, die dazu f&uuml;hrt, dass dann auch &Uuml;bergriffe auf queere Menschen weniger verwerflich sind. Ich verstehe das nicht. Wir haben in Sierra Leone eine Unrechtsprechung.&ldquo;</p><p>Fannyann wird in das Komitee der All Africa Rights Initiative gew&auml;hlt. Zudem engagiert sie sich in der Coalition of African Lesbians, die sich in Namibia zusammenfindet. Im April reist sie nach Europa. Nach Genf. Fannyann Eddy spricht vor der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen.</p><p>Fannyann: &bdquo;Wir existieren. Doch durch das Abstreiten unserer Existenz m&uuml;ssen wir in st&auml;ndiger Angst leben: Angst vor der Polizei und staatlichen Stellen, die die Macht haben, uns allein aufgrund unserer sexuellen Orientierung hinter Gitter zu bringen. Wir haben Angst davor, dass unsere Familien uns verleugnen. Wir leben in Angst in unserem Umfeld, in dem wir permanenten Schikanen und Gewalt durch Nachbarn und andere ausgesetzt sind. Ihre homophoben Angriffe werden von staatlicher Seite nicht bestraft.&ldquo;</p><p>Fannyann sieht in bewegte Gesichter und gleichzeitig beobachtet sie, wie UN-Kommissarinnen und -Kommissare betreten wegschauen. Sie schlie&szlig;t ihre Rede mit einem emotionalen Appell.</p><p>Fannyann: &bdquo;Schweigen macht verletzbar. Sie, die Mitglieder der Menschenrechtskommission, k&ouml;nnen das Schweigen brechen. Sie k&ouml;nnen anerkennen, dass es uns gibt &ndash; in Afrika und auf jedem Kontinent &ndash; und dass tagt&auml;glich Menschenrechtsverletzungen aufgrund der sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identit&auml;t begangen werden. Sie k&ouml;nnen uns dabei helfen, diese Verbrechen zu bek&auml;mpfen und unsere vollst&auml;ndigen Rechte und Freiheiten in jeder Gesellschaft zu erlangen &ndash; auch in meinem geliebten Sierra Leone.&ldquo;</p><p>Die erhoffte Unterst&uuml;tzung der Menschenrechtskommission bleibt aus.</p><p>Mittwochnacht. 29. September 2004. Freetown City Center. Drei M&auml;nner brechen in das B&uuml;ro der Sierra Leone Lesbian and Gay Association ein. Zur Tatzeit ist Fannyann im B&uuml;ro. Allein. Den Einbrechern ausgeliefert. Die M&auml;nner vergewaltigen sie. Anschlie&szlig;end erstechen sie Fannyann, verst&uuml;mmeln sie, brechen ihr das Genick. Es passiert genau das, was in zahlreichen Drohbriefen gestanden hat. Man macht die 30j&auml;hrige Aktivistin mundtot, man sticht sie ab, man richtet sie hin. Einen der T&auml;ter nimmt die Polizei sp&auml;ter fest. Doch ihm gelingt die Flucht. Die Beh&ouml;rden weigern sich, den Mord als homophobes Hassverbrechen zu behandeln.</p><p>Die Sierra Leone Lesbian and Gay Association macht da weiter, wo Fannyann Eddy mit ihrer Arbeit aufgeh&ouml;rt hat. Der Fannyann-Poetry-Award f&ouml;rdert queere Dichter. Und 2007 gr&uuml;ndet man in Deutschland die Hirschfeld-Eddy-Stiftung. Sie setzt sich weltweit f&uuml;r die Rechte queerer Menschen ein.</p><p>Fannyann Eddy. Ein Leben f&uuml;r die Menschenrechte.</p><p>Fannyann Eddy. Human Minded.</p><p>Eine Produktion des Saarl&auml;ndischen Rundfunks.</p> ]]></content:encoded><pubDate>Thu, 30 May 2024 00:01:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>Jürgen Hinzpeter - Der nach Südkorea geht. Für die Demokratie.</title>
    <itunes:subtitle>1980 laufen die Menschen in Südkorea Sturm und demonstrieren gegen die Diktatur. Das Militär greift ein. Jürgen Hinzpeter filmt das Massaker von Gwangju und sendet die Bilder in alle Welt. Sie geben der südkoreanischen Demokratiebewegung enormen Auftrieb.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Als Jürgen Hinzpeter im Mai 1980 von den Unruhen in Südkorea erfährt, macht er sich von Tokio auf und erreicht über Schleichwege die südkoreanische Stadt Gwangju. Sie ist Mittelpunkt des Volksaufstands. Das Militär hat Gwangju abgeriegelt, die Welt soll nichts von den Straßenschlachten erfahren. Jürgen Hinzpeter setzt sein Leben aufs Spiel, filmt als einziger Journalist die gewaltsamen Auseinandersetzungen und schmuggelt sein Material zurück nach Tokio. Seine Bilder werden weltweit ausgestrahlt und setzen die südkoreanischen Machthaber international unter Druck. Bereits zum Tode verurteilte Oppositionelle müssen freigelassen werden und die Demokratiebewegung in Südkorea nimmt Fahrt auf.   Podcast-Tipp: &quot;Bücher in Asche&quot;. Als die Anna Amalia Bibliothek in Weimar brennt, eilen Menschen aus der ganzen Stadt zur Bibliothek und packen mit an. Jetzt in der ARD-Audiothek. https://1.ard.de/buecherinasche?cp=sr</itunes:summary>   
    <description>1980 laufen die Menschen in Südkorea Sturm und demonstrieren gegen die Diktatur. Das Militär greift ein. Jürgen Hinzpeter filmt das Massaker von Gwangju und sendet die Bilder in alle Welt. Sie geben der südkoreanischen Demokratiebewegung enormen Auftrieb.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_34994_20240816_162213.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_34994_20240816_162213.mp3" length="43191818" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_34994_20240816_162213.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/34994_SR_HM_P_1713445243~_v-sr_Square_1400.jpg?379bacb97138f443fac3b208307529a4'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Gwangju;Massaker;Volksaufstand;Studentenbewegung;Südkorea;Demokratiebewegung;Menschenrechte;Kim Dae-jung;Hinzpeter</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><content:encoded><![CDATA[ <p><u>HUMAN MINDED_&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Jürgen Hinzpeter</u></p><p>Erzählerin: Solveig Jeschke</p><p>Jürgen Hinzpeter: Stefan Naas</p><p>Chun Doo-whan: Sokrates Evangelidis</p><p>Pfarrer Paul Schneiss: Uwe Thoma</p><p>Henning Rumohr: Jan Kröger</p><p>Kim Sa Bok: Benjamin Stolz</p><p>Student: Andre Denz</p><p>Alter Mann: Frank Hofmann</p><p>----------------------------------------------------------------</p><p>&nbsp;</p><p>Freitag, 26. Oktober 1979. Südkoreas Präsident Park Chung-hee wird erschossen. Von seinem eigenen Geheimdienstchef. So brutal das Attentat auf den Diktator auch ist, die Menschen in Südkorea atmen auf. Sie hoffen auf die Demokratisierung des Landes. Nur zwei Monate später putscht sich Armeechef Chun Doo-whan an die Macht. Das Land bleibt unter Militärherrschaft. Das Volk ist enttäuscht. Es regt sich Widerstand. Im Mai 1980 gehen in Seoul fast einhunderttausend Protestierende auf die Straße. Die Regierung reagiert wütend und entschlossen. Sie löst die Nationalversammlung auf und verschärft das Kriegsrecht. Sie verbietet politische Aktivitäten, schließt Universitäten und verhaftet zahlreiche Oppositionelle. Unter ihnen Kim Dae-jung, führender Oppositionspolitiker und im Südwesten des Landes beheimatet, im Großraum der Millionenstadt Gwangju. Und genau dort spitzt sich die Lage zu. Am Sonntag, dem 18. Mai um 10 Uhr morgens versammeln sich 600 Studenten im Stadtzentrum von Gwangju und fordern die Aufhebung des Ausnahmezustands, zudem die Freilassung von Kim Dae-jung. Doch der regierende Generalmajor Chun Doo-whan denkt gar nicht daran.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Chun Doo-whan: „Er ist schuldig. Er hat versucht, mit Gewalt die Macht zu ergreifen. Kim Dae-jung wird sich vor Gericht verantworten müssen.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p>In Gwangju solidarisieren sich immer mehr Menschen mit den Studenten. Soldaten greifen ein. Mit Schlagstöcken und Tränengas. Die Demonstranten wehren sich. Werfen Steine und Molotowcocktails. Das Gwangju-Massaker nimmt seinen Lauf.</p><p>&nbsp;</p><p>Tags drauf. 19. Mai 1980. Im ARD-Studio Tokio klingelt ein Telefon. Am anderen Ende der Leitung ist Pfarrer Paul Schneiss. Ökumenischer Mitarbeiter im Kyodan, der Vereinigten Kirche Christi in Japan.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Schneiss: „Ich rufe an, da wir uns große Sorgen machen. Meine Frau ist zurzeit in Seoul und sie hat Panzer gesehen. Jede Menge Panzer. Es heißt, das Militär soll die Studentenproteste in Gwangju mit harter Hand niederschlagen.“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Im ARD-Studio Tokio arbeitet Jürgen Hinzpeter als Korrespondent. Er hat direkte Kontakte nach Südkorea und nutzt sie, um sich über die instabile Lage zu informieren. Die Presse ist ihm dabei keine Hilfe. Die südkoreanische Regierung hat sie vollständig unter Kontrolle. Jürgen Hinzpeter fasst einen Entschluss. Noch am selben Tag will er sich aufmachen nach Südkorea. Er will Augenzeuge sein und Berichterstatter. Begleiten soll ihn dabei sein Kollege aus der Technik, Henning Rumohr.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Hinzpeter: „Henning. Wie viel Bargeld hast Du dabei?“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Rumohr: „Weiß ich nicht. Ich habe noch welches in meinem Schreibtisch.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Hinzpeter: „Wir brauchen Bargeld. Viel. Vielleicht müssen wir uns für länger irgendwie durchschlagen.“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Zur selben Zeit in Gwangju. Studenten haben einen großen Demonstrationszug organisiert. Bus- und Taxifahrer bilden einen langen Konvoi, der mit einem lauten Hupkonzert durchs Zentrum zieht. Die Menschen entzünden eine riesige Fackel. Symbolisch soll sie Licht in die Dunkelheit der Diktatur bringen. Wieder setzen Soldaten Schlagstöcke und Tränengas ein. Und wieder werfen Demonstranten mit Steinen und Molotowcocktails.</p><p>Am Nachmittag erreichen Jürgen Hinzpeter und Henning Rumohr den Flughafen Gimpo, im Westen Seouls. Dort holt sie Kim Sa Bok ab. Ein Fahrer, den Hinzpeter vor der Abreise aus Japan bestellt hat.</p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Kim Sa Bok: „Guten Tag, Herr Hinzpeter. Hatten Sie einen guten Flug?“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Hinzpeter: „Jaja, danke. Das ist Herr Rumohr, mein Kollege aus dem Studio Tokio.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Kim Sa Bok: „Angenehm. Ich bin Kim Sa Bok. Und ich werde versuchen, Sie überall dort hinzubringen, wohin Sie möchten.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Hinzpeter: „Ja. Gut. Für Gwangju ist es heute schon zu spät. Wir werden uns morgen früh aufmachen. Fahren Sie uns bitte ins Chosun Hotel.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p>Dienstag, 20. Mai. Seit den frühen Morgenstunden lenkt Kim Sa Bok seinen schwarzen Hyundai in Richtung Süden. An der Auffahrt zur Schnellstraße nach Gwangju steht ein großes Hinweisschild: gesperrt. Doch Kim Sa Bok fährt unbeirrt weiter. Neben ihm sitzt Jürgen Hinzpeter. Angespannt und seine Kamera griffbereit. Die Straße ist völlig verlassen. Nach einer Stunde ist ein großes Schild zu sehen. Weißes Piktogramm auf blauem Grund. Umleitung.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Hinzpeter: „Da müssen wir wohl runter. Oder?“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Kim Sa Bok: „Nein. Da geht noch ein Stück. Nehmen wir die Schilder einfach als freundliche Empfehlung – für alle die, die heute nicht in Gwangju ankommen wollen.“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Zur selben Zeit versammeln sich mehrere Tausend Menschen im Zentrum Gwangjus. Sie stürmen die Barrikaden der Polizei. Für Jürgen Hinzpeter sind es keine 30 Minuten Autofahrt mehr bis in die Stadt. Doch schwerbewaffnete Soldaten stoppen den Wagen. Direkt vor einem Tunnel. Kim Sa Bok muss die Schnellstraße verlassen. Die Soldaten leiten ihn durch hohe Reisfelder in ein nahegelegenes Dorf. Hier steigt Kim Sa Bok aus und unterhält sich mit einigen Bauern.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Kim Sa Bok: „So. Weiter gehts.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Hinzpeter: „Was haben sie gesagt? Gibt es überhaupt noch einen Weg nach Gwangju – oder ist alles blockiert?“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Kim Sa Bok: „Wird schwierig. Die Bauern haben mir ein paar Schleichwege genannt. Mal sehen, ob wir durchkommen.“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Wenige Kilometer vor Gwangju. Die nächste Straßensperre. Die nächste Kontrolle. Jürgen Hinzpeter kommt auf eine Idee. Er erzählt den Soldaten, dass sie in die Stadt fahren müssten, um ihren Chef zu finden. Er sei in großer Gefahr.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Hinzpeter: „Nein. Wir fahren nicht nach Gwangju, um zu filmen. Nein. Das ist allein ein humanitärer Einsatz, kein journalistischer. Wir bringen unseren Chef da raus, und dann sind wir auch schon wieder verschwunden.“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Mit dieser Geschichte ist es für Hinzpeter und seine Mitstreiter plötzlich sehr leicht, die Posten des Militärs zu passieren. Langsam nähern sie sich dem Stadtgebiet Gwangjus. An ihrem Wagen haben sie eine Stockflagge angebracht: German Television in schwarz-rot-gold als Hinweis, dass dieses Auto kein Militärfahrzeug ist. Kurz darauf begegnet ihnen ein Stadtbus. Geschmückt mit der südkoreanischen Nationalflagge. Dahinter ein Militärlastwagen – gekapert von Studenten. Junge Männer mit Stirnbändern sitzen im Bus und auf der Ladefläche des Lastwagens. Sie trommeln und singen laut. Und sie laden Hinzpeter und Rumohr ein, zu ihnen rüberzukommen. Die beiden klettern auf die Ladefläche des Lastwagens und beginnen zu filmen, während es stadteinwärts geht. Kurz darauf findet sich Hinzpeter auf einem Marktplatz inmitten aufgebrachter Menschen wieder. So viele, die dem deutschen Journalisten von den brutalen Übergriffen der Soldaten erzählen. Sie bringen Hinzpeter in den Hinterhof eines Krankenhauses. Dort öffnen sie Särge, die in langen Reihen aufgestellt sind. Sie zeigen auf die zahlreichen Kopfwunden der Toten. Mit zitternder Stimme nennen sie die Namen der Totgeprügelten, die Namen ihrer Brüder, ihrer Freunde und Mitstreiter.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Hinzpeter: „Mein Gott. Darf ich filmen? Ja? Filmen. With my camera. Is it okay? Sowas habe ich noch nie gesehen. Nicht mal im Vietnamkrieg.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p>Am späten Nachmittag sind mehr als einhunderttausend Menschen auf der Straße. Sie ziehen zum Gebäude der Provinzregierung und belagern es. In der Nacht zünden Demonstranten Autos an und bewegen sich auf die Soldaten zu, um sie zurückzudrängen. Die Armee eröffnet das Feuer. Doch der Protestzug weicht nicht zurück. Demonstranten plündern die Waffenkammern der Polizei und der Armee. Schwer bewaffnet besetzen sie den Rundfunksender der Stadt.</p><p>&nbsp;</p><p>Am Vormittag des 21. Mai versucht Jürgen Hinzpeter, Kontakt mit seinem Büro in Tokio aufzunehmen. Aber die Telefonleitungen sind gekappt, und Hinzpeter hat kein Satellitentelefon.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Hinzpeter: „Henning. Es nützt nichts. Ich denke, wir sollten schon heute zurück nach Tokio. Wir drehen jetzt noch an zwei, drei Orten und dann nichts wie retour. Die Aufnahmen müssen so schnell wie möglich veröffentlicht werden.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Rumohr: „In Ordnung. Lass uns zum Regierungsgebäude fahren. Dort soll es eine Art Kommandozentrale der Studenten geben.“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Hinzpeter filmt im Innenhof des Regierungsgebäudes. Lastwagen bringen immer wieder Leichen. Studenten werden mit Waffen ausgestattet. Vor dem Gebäude sitzen zahlreiche Menschen. Sie meditieren. Sie feiern Buddhas Geburtstag. Vor der ausgebrannten Fernsehstation der Stadt interviewt Hinzpeter Amnesty International Aktivisten. Am Nachmittag bereitet er die Rückfahrt zum Flughafen Gimpo vor. Er legt die belichteten Filmrollen zurück in die Originalschachteln, damit sie ungebraucht aussehen. Die wichtigsten Rollen versteckt er unter seinem T-Shirt.</p><p>Hinzpeter, Rumohr und Kim Sa Bok machen sich auf in Richtung Flughafen. Wieder werden sie von Soldaten kontrolliert. Doch sie fliegen nicht auf.</p><p>Zur selben Zeit liefern sich in Gwangju zweihunderttausend Demonstranten und das Militär einen unbarmherzigen Kampf, in dem viele ihr Leben lassen.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Hinzpeter: „Nun, ist es doch später geworden, als ich dachte. Den Flug nach Tokio bekommen wir nicht mehr. Also noch mal ins Hotel.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Kim Sa Bok: „In Ordnung. Ich fahre Sie dann gleich morgen früh zum Flughafen.“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Donnerstagmorgen, 22. Mai. Flughafen Gimpo. Jürgen Hinzpeter bucht First Class nach Tokio. Das Risiko, dass sein Handgepäck ausgiebig inspiziert wird, ist so wesentlich geringer. Seine Filmrollen liegen zwischen Keksen in einer Dose, die Hinzpeter mit goldfarbener Folie und grünen Bändern verpackt hat – wie ein Hochzeitsgeschenk. So gelingt es ihm, die Filmaufnahmen ins ARD-Studio Tokio zu bringen. Noch am selben Tag sendet die Tagesschau die weltweit ersten Bilder vom Aufstand in Gwangju.</p><p>&nbsp;</p><p>Wenige Stunden nach ihrer Ankunft in Tokio fliegen Hinzpeter und Rumohr zurück nach Seoul, um sich am Freitagmorgen gemeinsam mit ihrem Fahrer Kim Sa Bok abermals nach Gwangju zu begeben. Ihr Weg dorthin wird durch einen Konvoi des Roten Kreuzes begünstigt. Sie schließen sich dem Hilfstransport an. Später gelingt es Hinzpeter, patrouillierende Soldaten davon zu überzeugen, dass er als Ausländer trotz Kriegsrechts frei reisen dürfe. Sie lassen ihn durch.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Kim Sa Bok: „Kompliment, Herr Hinzpeter. Fragt sich nur, warum man auch mich weiterfahren lässt. Ich bin doch kein Ausländer.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Hinzpeter: „Ich glaube, die waren mit meinem Englisch irgendwie überfordert. Die wollten einfach nur ihre Ruhe haben.“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Sie erreichen das Regierungsgebäude. Zwanzigtausend Menschen sind zu einer Kundgebung zusammengekommen. Niemand, der sie in diesem Moment bedroht. Die Soldaten haben sich aus dem Zentrum zurückgezogen. Die Studenten bilden ein Bürgerkomitee. Dieses Komitee verhandelt am Samstagmittag, 24. Mai mit dem Militär. Dafür nutzt man die einzig funktionierende Telefonleitung Gwangjus im Regierungsgebäude. Hinzpeter hört den Verhandlungen zu. Ein alter Mann mit Schärpe spricht in den Telefonhörer.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Alter Mann: „Solange wir uns gegenseitig beschießen, werden wir keine Möglichkeit haben zusammenzukommen, um unseren Konflikt zu lösen. Wir haben die geplünderten Waffen inzwischen wieder eingesammelt.“</em></p><p><em>&nbsp;</em></p><p><em>Student: „Hey. Gib mal her. Gib mir mal den Hörer. Hallo? Hören Sie: Halten Sie Ihre Truppen zurück. Unternehmen Sie nichts, bis wir uns wieder bei Ihnen melden. Und wenn Sie noch Fragen haben, dann melden Sie sich, rufen Sie hier an, ja? Bitte.“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Am selben Nachmittag ruft das Komitee die Befreiung Gwangjus aus. Militärtruppen verstärken die Blockade um das Stadtzentrum.</p><p>&nbsp;</p><p>Montag, 26. Mai 1980. Erneut verhandelt das Komitee mit Militäroffizieren. Noch immer zeichnet sich keine friedliche Lösung ab.</p><p>&nbsp;</p><p><em>Hinzpeter: „Es ist dramatisch. Sieht so aus, als bliebe euch Menschen von Gwangju nur ein möglicher Weg zur Befreiung. Nur der des Blutvergießens.“</em></p><p>&nbsp;</p><p>Zwanzigtausend Soldaten, Fallschirmjäger und Panzer stürmen in der Nacht zum 27. Mai das Stadtzentrum Gwangjus. Ein Blutbad mit Tausenden Toten beendet das Aufbegehren des Volkes. Es kommt zum angekündigten Prozess gegen den Oppositionellen Kim Dae-jung. Das Militärgericht in Seoul verurteilt ihn als angeblichen Rädelsführer zum Tode. Nur auf internationalen Druck begnadigt ihn die Regierung später. Denn Hinzpeters Aufnahmen belegen die Unschuld Kim Dae-jungs. Weder am Aufruf noch an der Organisation des Aufstandes ist er aktiv beteiligt gewesen. Seine Freilassung gibt Südkoreas Demokratiebewegung enormen Auftrieb, was schließlich 1987 zu freien Präsidentschaftswahlen führt. Elf Jahre später, 1998, wird Kim Dae-jung selbst Präsident Südkoreas.</p><p>Im Januar 2016 stirbt Jürgen Hinzpeter im Alter von 79 Jahren.</p><p>Jürgen Hinzpeter, dem sie in Gwangju ein Denkmal gebaut haben.</p> ]]></content:encoded><pubDate>Thu, 23 May 2024 00:01:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>Anna Politkowskaja – Mutige Journalistin auf Putins Todesliste.</title>
    <itunes:subtitle>Anna Politkowskaja geht es um die Wahrheit. Es geht ihr um Meinungsfreiheit und nicht zuletzt um Menschenrechte. Der russische Staatsapparat jagt die kritische Journalistin. Einen Giftanschlag überlebt sie, doch die Bedrohungen nehmen zu.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Korruption in der russischen Regierung, Verfolgung kremlkritischer Journalisten, Kriegsverbrechen im Tschetschenienkrieg. Das sind die Themen, mit denen sich die Journalistin Anna Politikowskaja befasst und mit denen sie auf Putins Todesliste gerät. Anna Politkowskaja hat einen US-amerikanischen Pass, mit dem sie sich irgendwo ein schönes Leben machen könnte. Aber sie bleibt in Russland und steht im Dienste der Wahrheit für Menschenrechte ein. Man lässt sie jagen und am Ende töten.</itunes:summary>   
    <description>Anna Politkowskaja geht es um die Wahrheit. Es geht ihr um Meinungsfreiheit und nicht zuletzt um Menschenrechte. Der russische Staatsapparat jagt die kritische Journalistin. Einen Giftanschlag überlebt sie, doch die Bedrohungen nehmen zu.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_34993_20240418_144246.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_34993_20240418_144246.mp3" length="28519992" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_34993_20240418_144246.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/34993_SR_HM_P_1713443089~_v-sr_Square_1400.jpg?fe0c98750df8328f2770524113b53b1d'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Pressefreiheit;Meinungsfreiheit;Menschenrechte;Russland;Putin;Tschetschenien;Politkowskaja;Nowaja Gaseta</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><content:encoded><![CDATA[ <p><u>HUMAN MINDED_ </u><u>Anna Politkowskaja</u></p><p>Erz&auml;hlerin: Solveig Jeschke</p><p>Anna Politkowskaja: Anna J&ouml;rgens</p><p>Annas Mutter: Celina Fries</p><p>Alexander Politkowskij: Benjamin Stolz</p><p>Dmitri Muratov: Jan Kr&ouml;ger</p><p>Oberstleutnant: Uwe Thoma</p><p>Tschetschenen-Rebell: Stefan Naas</p><p>&nbsp;</p><p>Anna Politkowskaja. Die sich hingibt. F&uuml;r die Wahrheit.</p><p>Eine wahre Geschichte.</p><p>Am 30. August 1958 kommt Anna Masepa zur Welt. In New York. Ihre Eltern sind Ukrainer. Sie arbeiten als sowjetische Diplomaten bei den Vereinten Nationen. Jahre sp&auml;ter kehren die Eltern heim - mit ihrer Tochter. Anna lebt in Moskau. Beh&auml;lt aber ihren amerikanischen Pass. Schon als Teenager wei&szlig; sie, dass sie Journalistin werden will.</p><p>Annas Mutter: &bdquo;Anna. Post f&uuml;r Dich. Sieht nach einem Brief von der Universit&auml;t aus. Hm? Komm, mach auf!&ldquo;</p><p>Anna: &bdquo;Sehr geehrte Frau Masepa, mit Schreiben vom 26. Mai haben Sie haben sich um&hellip;. Wir teilen Ihnen hiermit mit&hellip; Mama, sie lassen mich zu! Ich hab&lsquo; den Platz!&ldquo;</p><p>Kurz vor dem Journalistik-Studium an der Lomonossov-Universit&auml;t in Moskau lernt Anna Alexander Politkowskij kennen. Auf einer Party.</p><p>Anna: &bdquo;Und. Was machst Du so, wenn Du nicht gerade feiern gehst?&ldquo;</p><p>Alexander: &bdquo;Ich studiere Journalistik.&ldquo;</p><p>Anna: &bdquo;Was studierst Du?&ldquo;</p><p>Alexander: &bdquo;Journalistik! Wieso fragst Du so? Schreckt Dich das ab?&ldquo;</p><p>Anna: &bdquo;Nein. Schreckt mich nicht ab. Ganz im Gegenteil.&ldquo;</p><p>Anna und Alexander werden ein Paar. Mit 20 Jahren heiratet Anna und hei&szlig;t von da an Anna Politkowskaja. Sie wird Mutter zweier Kinder. Doch die Rolle als Hausfrau missf&auml;llt ihr. Sie beginnt zu schreiben. F&uuml;r verschiedene russische Zeitungen. Bei der Iswestija ist sie f&uuml;r die Leserpost zust&auml;ndig. Aber Anna will mehr.</p><p>Anna: &bdquo;Ich sitze hier nur in der Redaktion rum und erlebe die Welt irgendwie nur vom H&ouml;rensagen &ndash; aus zweiter Hand. Ich muss raus. Ich muss das wahre Leben aufst&ouml;bern. Drau&szlig;en. Geschichten entdecken, um sie zu erz&auml;hlen.&ldquo;</p><p>1994 beginnt Annas Aufstieg bei der Wochenzeitung Obschtschaja Gazeta. Sie wird stellvertretende Chefredakteurin und leitet die Redaktion &bdquo;Au&szlig;erordentliche Vorf&auml;lle&ldquo;. In ihren Berichten kritisiert sie auch die Politik der russischen Regierung. Sie sorgt f&uuml;r Aufsehen. Schlie&szlig;lich wirbt die oppositionelle Zeitung Novaja Gazeta um Annas Dienste. Mit Erfolg. Anna schreibt &uuml;ber Korruption, &uuml;ber autorit&auml;re Politik, &uuml;ber mangelnde&nbsp; Meinungsfreiheit. 1999 unterbreitet ihr Dmitri Muratov ein Angebot. Muratov ist Chefredakteur der Novaja Gazeta.</p><p>Muratov: &bdquo;Wir brauchen einen Sonderkorrespondenten. Oder besser: eine Sonderkorrespondentin! Ich habe dabei an Sie gedacht.&ldquo;</p><p>Anna: &bdquo;Wobei? Wobei haben Sie an mich gedacht?&ldquo;</p><p>Moratov: &bdquo;Kaukasus. Tschetschenien.&ldquo;</p><p>Anna: &bdquo;Ich soll in den Krieg?&ldquo;</p><p>Moratov: &bdquo;Wenn Sie sich das zutrauen.&ldquo;</p><p>Anna: &bdquo;Ja. Das tue ich. Gut.&ldquo;</p><p>Anna Politkowskaja reist in den Nordkaukasus. Als Sonder-korrespondentin berichtet sie vom zweiten Tschetschenienkrieg, in dem sowohl Russen als auch Tschetschenen schwere Kriegsverbrechen und Menschrechtsverletzungen begehen. In Annas Reportagen stehen Menschen im Mittelpunkt, nicht Truppenbewegungen. Sie ist ge&uuml;bt, sich zu vernetzen, kennt Wege, an Informationen aus erster Hand zu kommen. Sie schreibt &uuml;ber den entsetzlichen Alltag in Tschetschenien. Spricht mit Fl&uuml;chtlingen, mit verwundeten Zivilisten. Sie tauscht sich sowohl mit russischen Soldaten aus als auch mit tschetschenischen K&auml;mpfern im Untergrund. Anna zeigt die dreckigsten Seiten des Krieges. Folter, Vergewaltigungen, Menschenhandel. Dabei l&auml;sst sie sich nicht auf eine Seite ziehen. Weder auf die des russischen Milit&auml;rs noch auf die Seite der tschetschenischen Widerstandsk&auml;mpfer. Mehr als 50 Mal f&auml;hrt sie ins Kriegsgebiet. Und ihre Berichte weichen ab von den Darstellungen des Kremls. Neben ihren Reportagen f&uuml;r die Novaja Gazeta beginnt sie, B&uuml;cher zu schreiben.</p><p>Anna:<em> </em>&bdquo;Dort, wo Unmenschlichkeit das Leben bestimmt, kann keiner auf Gnade und Barmherzigkeit hoffen.</p><p>Sie dr&uuml;ckten ihre Zigaretten auf seinem K&ouml;rper aus, rissen ihm die N&auml;gel von den Fingern, lie&szlig;en wassergef&uuml;llte Pepsi-Cola-Flaschen auf seine Nieren klatschen.</p><p>Die Welt, der Westen, die internationale Gemeinschaft haben sich zur&uuml;ckgezogen, erlauben unserer Regierung, in Tschetschenien alles zu tun, was sie will, und akzeptieren gleichzeitig die offizielle L&uuml;ge und Demagogie.&ldquo;</p><p>Februar 2001. Anna wird in Vedeno von russischen Soldaten verhaftet. Es folgt ein stundenlanges Verh&ouml;r.</p><p>Oberstleutnant: &bdquo;H&ouml;r zu! Du sagst uns jetzt die Wahrheit! Wir k&ouml;nnen auch anders. Wir k&ouml;nnen hier auch alle ganz einfach &uuml;ber Dich herfallen, sollten wir Spa&szlig; daran haben. Und glaub&lsquo; ja nicht, dass Deine Kinder in Sicherheit sind. Die kriegen wir auch! Sag uns die Wahrheit! Du arbeitest f&uuml;r Bassajew! Sag es!&ldquo;</p><p>Anna sagt es nicht. Denn sie arbeitet nicht f&uuml;r Bassajew. Schamil Bassajew ist islamischer Terrorist und tschetschenischer Rebellenf&uuml;hrer. Ein brutaler, gnadenloser Verbrecher. F&uuml;r drei Tage sperrt man Anna in einen Bunker. Dann kommt sie frei.</p><p>Oberstleutnant: &bdquo;W&auml;re es nach mir gegangen, h&auml;tte ich Dich erschossen.&ldquo;</p><p>Trotz vieler Drohungen macht Anna weiter. Ihr geht es schlicht um die Wahrheit. Sie stellt Ramzan Kadyrov an den Pranger, den tschetschenischen Premier. Er terrorisiere das ganze Land. Und Moskau unterst&uuml;tze ihn dabei. Zudem macht Anna Vladimir Putin verantwortlich f&uuml;r die Verbrechen in Tschetschenien, dass er foltern l&auml;sst und&nbsp; kremlkritische Journalisten verfolgt.</p><p>Anna: &bdquo;Wenn ich nicht mehr schreibe, haben meine Feinde ihr Ziel erreicht.&ldquo;</p><p>Oktober 2002. Im Moskauer Dubrowka-Theater wird das Musical &bdquo;Nord-Ost&ldquo; gespielt. Im zweiten Akt st&uuml;rmen Terroristen das Theater. Sie bringen knapp 800 Theaterbesucher in ihre Gewalt.</p><p>Tschetschenen-Rebell: &bdquo;Wir kommen von der 29. Division &ndash; aus Tschetschenien. Und ja: Wir sind Selbstmordattent&auml;ter. Russland hat uns Tschetschenen das Recht auf ein eigenst&auml;ndiges Land genommen. Ein Recht, das uns Allah geschenkt hat. Und dieses Recht werden wir uns zur&uuml;ckholen.&ldquo;</p><p>Die Verhandlungen ziehen sich hin. Dabei besteht die russische Regierung auf Freilassung aller Geiseln. Die Terroristen hingegen wollen nur die Ausl&auml;nder gehen lassen. Anna Politkowskaja wird als Vermittlerin hinzugezogen. Sie ergreift wie immer Partei f&uuml;r die Opfer und appelliert an die tschetschenischen Geiselnehmer, die unschuldigen Menschen im Theater freizulassen. Die Terroristen sind tief entt&auml;uscht von Anna.</p><p>Tschetschenen-Rebell: &bdquo;Wir sind nicht nach Moskau gekommen, um Geiseln zu t&ouml;ten oder auf russische Spezialtrupps zu schie&szlig;en. Wir haben in Tschetschenien schon genug gek&auml;mpft. Nein: Wir haben nur ein einziges Ziel: Wir wollen dem Krieg ein Ende setzen. Das ist es.&ldquo;</p><p>Auch auf russischer Seite sto&szlig;en Annas dringende Bitten um eine friedliche L&ouml;sung auf taube Ohren. Nach Tagen der Besatzung st&uuml;rmt eine russische Spezialeinheit das Theater. Zuvor haben sie Bet&auml;ubungsgas in das Geb&auml;ude eingeleitet. Gas, das die Atmung schw&auml;cht, sie sogar zum Stillstand bringen kann. Mehr als 100 Menschen sterben.</p><p>September 2004. Tschetschenische Rebellen haben eine Grundschule in Beslan &uuml;berfallen. Beslan liegt in der Kaukasusrepublik Nordossetien. 1200 Menschen sind in der Gewalt der Rebellen. &Uuml;ber Tage. Bei der Erst&uuml;rmung der Schule durch russische Sicherheitskr&auml;fte werden 331 Menschen get&ouml;tet, unter ihnen 186 Kinder. Anna will die Hintergr&uuml;nde dieser Trag&ouml;die recherchieren. Sie macht sich auf nach Beslan. Auf dem Flug reicht man ihr eine Tasse Tee. Mittlerweile isst und trinkt Anna eigentlich nur noch Selbstmitgebrachtes. Diesmal macht sie eine Ausnahme und verliert das Bewusstsein. Sie ist Opfer eines Giftanschlags. Sie kommt ins Krankenhaus und nicht zur Grundschule in Beslan. Nach wie vor l&auml;sst sich Anna nicht einsch&uuml;chtern. Sie setzt ihre Arbeit konsequent fort, wobei sie die lauernde Gefahr nun t&auml;glich wahrnimmt.</p><p>Anna: &bdquo;Ich wei&szlig;. Ich k&ouml;nnte mir mit meinem amerikanischen Pass ein sch&ouml;nes Leben machen. Irgendwo im Westen. Aber das f&uuml;hlt sich nicht gut an, nicht richtig. Irgendwie ungerecht. Wenn ich get&ouml;tet werde, sucht den M&ouml;rder im Kreml.&ldquo;</p><p>Moskau, Samstag, 7. Oktober 2006. Putins Geburtstag. Anna Politkowskaja kommt vom Einkaufen zur&uuml;ck. Zur&uuml;ck nach Hause. Sie steigt in den Fahrstuhl und f&auml;hrt rauf zur Etage ihrer Wohnung. Als sie aus dem Fahrstuhl kommt, steht ihr ein junger Mann gegen&uuml;ber. Zwei Meter entfernt. Er feuert. F&uuml;nf Sch&uuml;sse aus einer Pistole der Marke Makarow. Der erste Schuss geht daneben, der zweite in Annas Schulter. Die Sch&uuml;sse drei und vier sind t&ouml;dlich. Sie gehen in die Brust. Der Attent&auml;ter gibt einen f&uuml;nften Schuss ab. Den sogenannten Kontrollschuss. In die Schl&auml;fe. Am 54. Geburtstag des russischen Pr&auml;sidenten Vladimir Putin stirbt Anna Politkowskaja im Alter von 48 Jahren.</p><p>Die Polizei fahndet nach dem T&auml;ter. Zun&auml;chst erfolglos. Erst viel sp&auml;ter nehmen die Beh&ouml;rden Annas M&ouml;rder und seine mutma&szlig;lichen Komplizen fest. Es kommt zu Verurteilungen. Die eigentlichen Drahtzieher der Ermordung aber sind nach Meinung vieler Menschenrechtler nie dingfest gemacht worden.</p><p>Anna Politkowskaja. Die ihr Leben hingibt. F&uuml;r die Wahrheit.</p><p>Anna Politkowskaja. Human Minded.</p><p>Eine Produktion des Saarl&auml;ndischen Rundfunks.</p> ]]></content:encoded><pubDate>Thu, 16 May 2024 00:01:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>Cioma Schönhaus – Der als Passfälscher Juden rettet.</title>
    <itunes:subtitle>Cioma Schönhaus ist erst 19 Jahre, als er sich entschließt, Pässe zu fälschen und sich so in Gefahr zu begeben. Mit seinem Geschick als Grafiker rettet er Menschenleben, bis die Gestapo nach ihm sucht. Cioma muss aus Berlin fliehen.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Anfang der 1940er Jahre lebt Cioma Schönhaus plötzlich alleine in einer großen Berliner Wohnung. Seine Eltern, Oma und Tanten sind von den Nazis deportiert worden. Ciomas Vater schickt sogar eine Postkarte aus dem Konzentrations- und Vernichtungslager Lublin-Majdanek. Cioma wird seine Familie nicht wiedersehen. Er ist geradezu erlöst, als er die Chance bekommt, aktiv Widerstand gegen die Nazis zu leisten. Als Grafiker fälscht Cioma unzählige Pässe für Juden, die er somit vor dem Transport in ein Lager bewahrt. Doch die Gestapo macht ihn dingfest und fahndet nach ihm. Cioma schmiedet einen Plan, die Flucht mit dem Fahrrad.</itunes:summary>   
    <description>Cioma Schönhaus ist erst 19 Jahre, als er sich entschließt, Pässe zu fälschen und sich so in Gefahr zu begeben. Mit seinem Geschick als Grafiker rettet er Menschenleben, bis die Gestapo nach ihm sucht. Cioma muss aus Berlin fliehen.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_34991_20240418_143925.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_34991_20240418_143925.mp3" length="38522556" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_34991_20240418_143925.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/34991_SR_HM_P_1713442417~_v-sr_Square_1400.jpg?587a6153249e7e16d879812bfa26e4bc'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Passfälscher;Lebensretter;Judenhilfe;Deportation;Schönhaus;Cioma;Flucht;Verfolgt;Nazis</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><content:encoded><![CDATA[ <p><u>HUMAN MINDED&nbsp;&nbsp; </u><u>Cioma Sch&ouml;nhaus</u></p><p>Erz&auml;hlerin: Solveig Jeschke</p><p>Cioma Sch&ouml;nhaus: Benjamin Stolz</p><p>Ordner in der Synagoge: Sokrates Evangelidis</p><p>Gestapo-Beamter: Frank Hofmann</p><p>Arbeitsbeamtin: Anna J&ouml;rgens</p><p>Boris Sch&ouml;nhaus: Tom Otto</p><p>Edith Wolff: Celina Fries</p><p>Det Kassriel: Jan Kr&ouml;ger</p><p>Ludwig Lichtwitz: Uwe Thoma</p><p>Dr. Franz Kaufmann: Stefan Naas</p><p>Human Minded. Cioma Sch&ouml;nhaus. Der als Passf&auml;lscher Leben rettet. Eine wahre Geschichte.</p><ol><li>Juni 1942. Berlin-Moabit. In der ehemaligen Synagoge Levetzowstra&szlig;e sitzen mehrere Hundert Juden auf querstehenden Holzb&auml;nken und warten. Seit Stunden. Sie warten darauf, dass ihr Name aufgerufen wird.</li></ol><p>Ordner: &bdquo;Hans Israel Rosenzweig!&ldquo;</p><p>Viele von ihnen haben sich zurechtgemacht, sind festlich gekleidet &ndash; wie f&uuml;r eine Hochzeit. Vor ihren F&uuml;&szlig;en stehen prallgef&uuml;llte Rucks&auml;cke. Darin die Dinge, die die Gestapo im Vorladungsschreiben aufgelistet hat: zwei Paar wasserdichte Schuhe, vier Paar Socken, sechs Unterhosen, zwei Pullover, zwei Decken, vier Hemden, eine Kopfbedeckung, zwei Paar Handschuhe, ein Mantel. Das Reisegep&auml;ck f&uuml;r die Umsiedlung in den Osten, wie die Nazis die Deportationen nennen. Cioma Sch&ouml;nhaus wartet gemeinsam mit seiner Mutter. Fanja Sch&ouml;nhaus. Cioma h&auml;lt ihre Hand.</p><p>Cioma: &bdquo;Rosenzweig. Mama, sie sind schon ziemlich weit beim Buchstaben R. Wir sind gleich dran. Kann nicht mehr lange dauern.&ldquo;</p><p>Ordner: &bdquo;Samson Cioma Israel Sch&ouml;nhaus und Fanja Sara Sch&ouml;nhaus!&ldquo;</p><p>Beklommen n&auml;hern sich Cioma und seine Mutter dem Ordner, der ihre Namen gerufen hat. Neben ihm ein Gestapobeamter, an einen Stuhlr&uuml;cken gelehnt. Er schaut teilnahmslos ins Nichts, w&auml;hrend ihm die Akte Sch&ouml;nhaus vorgetragen wird:</p><p>Ordner: &bdquo;Fanja Sara Sch&ouml;nhaus und Sohn Samson Cioma Israel Sch&ouml;nhaus sind morgen fr&uuml;h, 2. Juni 1942, f&uuml;r den Transport nach Osten bestimmt. F&uuml;r den Sohn liegt ein Gesuch der Firma Gustav Genschow vor. Er ist als guter Arbeiter unentbehrlich. Man bittet, ihn erst zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt zu evakuieren.&ldquo;</p><p>Die Firma Gustav Genschow z&auml;hlt zu den kriegswichtigen Betrieben. Sie stellt Gewehre her. Um Cioma als Arbeiter zu behalten, hat man ihm ein sogenanntes Reklamationsschreiben mitgegeben.</p><p>Mit einer lebensentscheidenden Frage wendet sich der Ordner an den Gestapo-Beamten:</p><p>Ordner: &bdquo;Soll der junge Mann mit auf den Transport oder soll er hierbleiben?&ldquo;</p><p>Gestapo-Beamter: &bdquo;Ist mir doch egal. Ach, soll er mitgehen!&ldquo;</p><p>Ordner: &bdquo;Soeben wurde entschieden, Sie gehen morgen mit auf den Transport.&ldquo;</p><p>Cioma und seine Mutter erreichen einen breiten Korridor, in dem Tische aufgestellt sind. Tische mit verschiedenen Schildern, hinter denen Beamte sitzen. Am ersten Tisch m&uuml;ssen sie ihr Geld abgeben. Finanzamt ist auf dem Schild zu lesen. Am zweiten sitzt eine l&auml;chelnde Beamtin.</p><p>Beamtin: &bdquo;Herr Sch&ouml;nhaus. Wo haben Sie gearbeitet?&ldquo;</p><p>Cioma: &bdquo;Bei Gustav Genschow. Eigentlich bin ich ja reklamiert.&ldquo;</p><p>Beamtin: &bdquo;Reklamiert? Einen Moment. &Auml;h, Sch&ouml;nhaus. Ja, hier. Ich hab&lsquo; Sie. Sie haben recht. Sie sind als Facharbeiter unentbehrlich, steht hier. Moment. Ich bin gleich wieder da.&ldquo;</p><p>Mit entschlossenem Blick geht die Beamtin zu ihrem Vorgesetzten. Im selben Moment wird Ciomas Vater in den Korridor gebracht. Boris Sch&ouml;nhaus.</p><p>Boris: &bdquo;Cioma. Was machst Du hier? Du bist doch reklamiert!&ldquo;</p><p>Cioma: &bdquo;Das kl&auml;rt sich gerade. Die sind sich da wohl nicht ganz einig.&ldquo;</p><p>Als die Beamtin an ihren Tisch zur&uuml;ckkehrt, hat sie ihr L&auml;cheln wieder.</p><p>Beamtin: &bdquo;Sie k&ouml;nnen gehen, Herr Sch&ouml;nhaus.&ldquo;</p><p>Cioma: &bdquo;Gehen? Wohin? Wohin kann ich gehen?&ldquo;</p><p>Beamtin: &bdquo;Nach Hause. Sie sind zur&uuml;ckgestellt.&ldquo;</p><p>Cioma nimmt seine Mutter in den Arm. Dann den Vater.</p><p>Cioma: &bdquo;Auf Wiedersehen.&ldquo;</p><p>Er wird seine Eltern nicht wiedersehen. Ein letztes Lebenszeichen erreicht ihn einige Zeit sp&auml;ter. Eine Postkarte aus dem Konzentrations- und Vernichtungslager Lublin-Majdanek. Eine letzte Nachricht seines Vaters.</p><p>Boris: &bdquo;Meine Lieben. Ich bin hier gut angekommen. Habt Ihr etwas von Fanja geh&ouml;rt? Ich suche Mama &uuml;berall. Cioma hat in allem recht gehabt. Ich bin gl&uuml;cklich, dass er nicht bei uns ist. Lebt wohl. Euer Beba.&ldquo;</p><p>Cioma hat in allem recht gehabt. Schon manches Mal hat er seinem Vater erz&auml;hlt, dass die Nazis Juden in den Osten bringen, um sie dort zu ermorden.</p><p>Cioma, eigentlich Samson Cioma Israel Sch&ouml;nhaus. 19 Jahre. Sohn wei&szlig;russischer Emigranten aus Minsk. Gro&szlig;, schlank, leuchtende Augen und ein gewinnendes L&auml;cheln. Er hat als Jude die Schule wechseln m&uuml;ssen. Und er hat als Jude die Ausbildung zum Grafiker abbrechen m&uuml;ssen. Auch die Arbeitsstelle. Bis er bei Gustav Genschow unterkommt. Als Feinmechaniker in der Produktion von Gewehren.</p><p>Die Deportation seiner Eltern ist erst der Anfang. Kurz darauf holen sie auch Oma, Onkel und Tante. Cioma lebt pl&ouml;tzlich alleine in der gro&szlig;en Berliner Wohnung.&nbsp; Er sucht Edith Wolff in Berlin-Friedenau auf, nachdem man ihm sagte, dass sie einen Auftrag f&uuml;r einen Grafiker habe. Einen anspruchsvollen.</p><p>Edith: &bdquo;Schauen Sie, Herr Sch&ouml;nhaus. Diesen Entlassungsschein der deutschen Wehrmacht, den m&uuml;ssten Sie &ndash; sagen wir &ndash; ein wenig anpassen.&ldquo;</p><p>Cioma: &bdquo;Was genau soll denn angepasst werden?&ldquo;</p><p>Edith: &bdquo;Es geht darum, das Passbild auszuwechseln und dann den Stempel &uuml;ber dem Foto wieder zu erg&auml;nzen. Den Hoheitsadler. So, dass er jeder &Uuml;berpr&uuml;fung standh&auml;lt. Glauben Sie, dass Sie das k&ouml;nnen?&ldquo;</p><p>Cioma: &bdquo;Ich will es versuchen. Ich habe es zwar noch nie probiert, aber ich meine, das bekomme ich schon hin.&ldquo;</p><p>Als Gegenleistung verspricht Edith Wolff Cioma einen sicheren Unterschlupf f&uuml;r alle F&auml;lle. Eine M&auml;dchenkammer. Noch am selben Abend macht sich Cioma an die Arbeit. Angetrieben von dem Gef&uuml;hl, endlich etwas gegen das Naziregime tun zu k&ouml;nnen. Aktiv. Er tauscht das Passfoto aus und gibt dem Ausweis einen neuen Stempel. Eine perfekte Nachbildung. Cioma macht aus einem Juden einen deutschen Wehrmachtssoldaten.</p><p>Edith: &bdquo;Herr Sch&ouml;nhaus. Ausgezeichnet. Das ist makellos. Sie bekommen das Zimmer, wann immer Sie es brauchen.&ldquo;</p><p>Cioma: &bdquo;Dankesch&ouml;n, Frau Wolff.&ldquo;</p><p>Edith: &bdquo;Nein. Ich hab&lsquo; zu danken. Ach, und da ist noch was. Hier. Dies ist eine Adresse in Halensee. Melden Sie sich dort. Bei Dr. Kaufmann. Er sucht einen Grafiker. Es gibt jede Menge zu tun.&ldquo;</p><p>Eine zuf&auml;llige Begegnung. Eine gl&uuml;ckliche: Cioma trifft Det Kassriel. Seinen ehemaligen Arbeitskollegen, der untergetaucht ist.</p><p>Cioma: &bdquo;Det. Was machst Du denn jetzt?&ldquo;</p><p>Det: &bdquo;Ich n&auml;he. Ich lebe illegal.&ldquo;</p><p>Cioma: &bdquo;Und wo versteckst Du Dich?&ldquo;</p><p>Det: &bdquo;Bei mir zuhause. In meiner Wohnung.&ldquo;</p><p>Cioma: &bdquo;Na, das ist ja auch nicht gerade das beste Versteck.&ldquo;</p><p>Det: &bdquo;Ich habe nichts Besseres, Cioma.&ldquo;</p><p>Cioma: &bdquo;Aber ich. Ich hab&lsquo; was Besseres. Zieh zu mir. Ich wohne mittlerweile ganz alleine in unserer Wohnung. All die anderen haben sie abgeholt. Wir haben gen&uuml;gend Platz, Det.&ldquo;</p><p>Cioma schl&auml;gt vor, den Hausrat St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck zu verkaufen, um an Geld zu kommen. Zudem &ouml;ffnet Ciomas Talent als Grafiker weitere T&uuml;ren. Er lernt Ludwig Lichtwitz kennen. Lichtwitz ist ehemaliger Buchdrucker, aber seit kurzem auch ein U-Boot, wie untergetauchte Juden genannt werden. Er schl&auml;gt Cioma ein Gesch&auml;ft vor:</p><p>Lichtwitz: &bdquo;Hier zeige ich Ihnen etwas unglaublich Wertvolles. Das ist ein echter deutscher Wehrpass. Blanko. Ich habe zwei davon. Wenn Sie mir einen mit allen Stempeln ausf&uuml;llen, bekommen Sie den anderen. K&ouml;nnen Sie das machen?&ldquo;</p><p>Cioma: &bdquo;Machen kann ich das wahrscheinlich schon. Aber ich brauche eine Vorlage. Erfinden kann ich die Stempel nicht.&ldquo;</p><p>Lichtwitz: &bdquo;&Uuml;ber jemanden, der uns seinen Wehrpass als Vorlage gibt, reden wir sp&auml;ter. Ich schlage vor, wir treffen uns &uuml;bermorgen. Um zw&ouml;lf Uhr. In meiner Werkstatt.&ldquo;</p><p>Stra&szlig;enbahn fahren ist Juden untersagt. Cioma f&auml;hrt trotzdem. Nach Halensee. Zur Villa von Dr. Franz Kaufmann. Kaufmann ist j&uuml;discher Abstammung. Verheiratet mit einer deutschen Adligen. Er geh&ouml;rt zum Helferkreis evangelischer Christen aus der Dahlemer Bekennenden Kirche. Kaufmann hilft, Juden zu verstecken. Er zeigt Cioma eine Kennkarte, wie der offizielle deutsche Personalausweis genannt wird.</p><p>Kaufmann: &bdquo;Wir sammeln die Ausweise in unserer Kirche. Als Spende. Im Opferstock. Das Risiko f&uuml;r die Spender ist gering. Der Verlust von Ausweispapieren ist nicht strafbar. Und hier haben wir die Passbilder von Juden, denen das Schicksal bevorsteht, in den Osten deportiert zu werden. Sch&ouml;nhaus, machen Sie mir ein Muster. Wenn es gut ist, bekommen Sie viel Arbeit.&ldquo;</p><p>Cioma handelt Lebensmittelkarten als Honorar aus. Monatlich zwei S&auml;tze. Einen Satz f&uuml;r sich, einen f&uuml;r Det.</p><p>Mitunter ist Cioma ein Schussel. Schon zum zweiten Mal verliert er seinen Ausweis. Einen neuen zu beantragen, birgt mittlerweile zu viele Risiken. Stattdessen fertigt er sich selbst neue Papiere an und tarnt sich als Soldat Peter Sch&ouml;nhausen. Gemeinsam mit Det verl&auml;sst Cioma die gro&szlig;e Wohnung. Die beiden tauchen unter. Sie teilen sich die versprochene M&auml;dchenkammer.</p><p>Dr. Kaufmann ist angetan von Ciomas Passf&auml;lschungen und beauftragt ihn jede Woche neu. Cioma hat sich einen Arbeitsplatz in Ludwig Lichtwitzs Werkstatt in Moabit eingerichtet. Siebenmal klopfen, bevor man eintritt. So haben er und Lichtwitz es vereinbart. Gleichzeitig bewegt sich Cioma unbehelligt in Berlin, trifft Frauen, hat Aff&auml;ren, trinkt mit Soldaten und singt ihre Lieder. Eines Abends st&uuml;rzt Det in die Kammer.</p><p>Det: &bdquo;Cioma. Mir ist etwas ganz Dummes passiert. Ich habe unseren Unterschlupf ausgeplaudert. Wir m&uuml;ssen uns etwas Neues suchen. Wir m&uuml;ssen uns eine neue Bleibe suchen. Tut mir leid.&ldquo;</p><p>Cioma und Det machen sich auf die Suche nach neuen Verstecken. Jeder auf eigene Faust und immer nur f&uuml;r ein paar N&auml;chte. Dabei erfinden sie skurrile Geschichten, die f&uuml;r Mitleid sorgen.</p><p>Inzwischen hat Cioma mehrere Dutzend P&auml;sse gef&auml;lscht. Er kommt kaum hinterher, so viele Auftr&auml;ge erteilt ihm Franz Kaufmann. Und auch f&uuml;r sich selbst hat Cioma wieder eine neue Identit&auml;t gefunden. Auf dem Papier. In einem wei&szlig;russischen Ausweis f&uuml;r russische Staatsb&uuml;rger heftet sein Passfoto. Ciomas neuer Name: Peter Petrov. Die Adresse: erfunden. Als er abermals seine Brieftasche verliert, wird es endg&uuml;ltig brenzlig. Man fahndet nach ihm. Nach dem russischen Spion mit Namen Peter Petrov. Sein Bild auf einem Steckbrief h&auml;ngt in zig Polizeistationen. Die Schlinge um Ciomas Hals zieht sich zusammen. Er findet Zuflucht bei Helene Jacobs in Berlin-Wilmersdorf. Auch sie engagiert sich im Helferkreis der Dahlemer Bekenntnisgemeinde. Kurz darauf ger&auml;t sie in einen Hinterhalt und wird verhaftet. F&uuml;r Cioma steht nun endg&uuml;ltig fest: Er muss Berlin verlassen. Ludwig Lichtwitz h&auml;lt &uuml;berhaupt nichts von Ciomas Fluchtplan.</p><p>Lichtwitz: &bdquo;In die Schweiz? Mit dem Fahrrad? Dann k&ouml;nnen Sie sich besser gleich hier erschie&szlig;en, Sch&ouml;nhaus.&ldquo;</p><p>Cioma hat alles akribisch vorbereitet. F&uuml;r viel Geld hat er sich ein Fahrrad mit einem bequemen Sattel gekauft, hat sich Landkarten besorgt, einen mit Fell bezogenen Milit&auml;rtornister, wie ihn die Hitlerjugend tr&auml;gt. Zur Tarnung verstaut er darin Naziliteratur. Wie Goebbels Buch &bdquo;Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei&ldquo;. Er hat sich beim Friseur einen kurzen Soldaten-Haarschnitt verpassen lassen. Einzig ein geeigneter Ausweis fehlt ihm noch.</p><p>Lichtwitz: &bdquo;Nun, ich habe mittlerweile jemanden gefunden, dessen Wehrpass Ihnen als Vorlage dienen k&ouml;nnte. Er hei&szlig;t Claus Schiff und wohnt am Adolf-Hitler-Platz.&ldquo;</p><p>Cioma: &bdquo;Gut. Ich gehe zu ihm. Sofort. Es bleibt nicht mehr viel Zeit.&ldquo;</p><p>Claus Schiff will seinen Wehrpass nicht aus der Hand geben. Allerdings erlaubt er Cioma, bei ihm zu arbeiten. Innerhalb einer Woche fertigt Cioma zwei neue Wehrp&auml;sse an. Einen f&uuml;r Lichtwitz, den anderen f&uuml;r sich. Er zeichnet zwei Mal 18 Stempel nach.</p><p>Anfang September 1943. Berlin ist Ziel schwerer Luftangriffe. Die Menschen suchen Schutz. Cioma f&auml;hrt auf seinem Fahrrad durch leere Stra&szlig;en. Raus aus Berlin. Richtung S&uuml;den. Richtung Schweiz. Am 4. Oktober watet er durch den N&ouml;dbach bei Stutengarten-&Ouml;hningen. Am anderen Ufer ist er am Ziel. In der Schweiz. Cioma kniet sich hin und k&uuml;sst den Boden. Er hat es geschafft.</p><p>Sp&auml;ter wird er an der Kunstgewerbeschule in Basel eine Ausbildung zum Grafiker absolvieren. Er wird sich eine neue Existenz aufbauen und eine Familie gr&uuml;nden.</p><p>Am 22. September 2015 stirbt Cioma Sch&ouml;nhaus im Alter von 92 Jahren. Cioma Sch&ouml;nhaus. Der als Passf&auml;lscher Leben rettet.</p><p>Cioma Sch&ouml;nhaus. Human Minded. Eine Produktion des Saarl&auml;ndischen Rundfunks.</p> ]]></content:encoded><pubDate>Thu, 09 May 2024 00:01:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>Berta C&#x000E1;ceres – Die Stimme der Indigenen in Honduras.</title>
    <itunes:subtitle>Berta C&#x000E1;ceres begehrt auf. Gegen die profitorientierte Politik der Vertreibung. Als Menschenrechts- und Umweltaktivistin stellt sie sich schützend vor das indigene Volk der Lenca und verhindert so den Raub an der Natur.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Anfang März 2016 wird die honduranische Menschenrechts- und Umweltaktivistin Berta C&#x000E1;ceres in ihrem Haus ermordet. Die Spuren der Täter führen zum Unternehmen DESA, das einen riesigen Staudamm am Rio Gualcarque errichten will. Der Fluss hat für das indigene Volk der Lenca eine spirituelle Bedeutung. Die Lenca aber sollen für den Bau des Staudamms weichen. Mutig und trickreich wehren sich die Lenca mit Berta C&#x000E1;ceres an ihrer Spitze dagegen. Am Ende zahlt Berta C&#x000E1;ceres mit ihrem Leben dafür. Eine wahre Geschichte.</itunes:summary>   
    <description>Berta C&#x000E1;ceres begehrt auf. Gegen die profitorientierte Politik der Vertreibung. Als Menschenrechts- und Umweltaktivistin stellt sie sich schützend vor das indigene Volk der Lenca und verhindert so den Raub an der Natur.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_34990_20240418_143307.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_34990_20240418_143307.mp3" length="30053628" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_34990_20240418_143307.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/34990_SR_HM_P_1713442032~_v-sr_Square_1400.jpg?51cdd71f11a8f7d28e44b6b0538957a2'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Menschenrechte;Umweltschutz;Aktivistin;Indigene;Lenca;Honduras;Amnesty International;C&#x000E1;ceres;Berta;Greenpeace</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><content:encoded><![CDATA[ <p><u>HUMAN MINDED_Berta C&aacute;ceres</u></p><p>Erz&auml;hlerin: Solveig Jeschke</p><p>Austra Bertha Flores L&oacute;pez: Margit Sander</p><p>Berta C&aacute;ceres: Anna J&ouml;rgens</p><p>Lenca: Benjamin Stolz</p><p>Sergio Rodriguez: Uwe Thoma</p><p>Gustavo Castro: Stefan Naas</p><p>&nbsp;</p><p>Human Minded. Berta C&aacute;ceres.</p><p>Die sich nicht aufhalten l&auml;sst. Im Kampf f&uuml;r Umwelt und Gerechtigkeit.</p><p>Eine wahre Geschichte.</p><p>La Esperanza. Im Westen Honduras. Mit 1700 Metern die h&ouml;chstgelegene Stadt des Landes. Hier kommt Berta C&aacute;ceres zur Welt. Im M&auml;rz 1971. Ihre Familie geh&ouml;rt zu den Lenca. Ein indigenes Volk in Mittelamerika mit fast 150.000 Menschen. Etwa 100.000 von ihnen leben in Honduras. Bertas Mutter ist Hebamme. Und sie ist Sozialaktivistin. Sie nimmt Gefl&uuml;chtete aus El Salvador auf und unterrichtet deren Kinder.</p><p>Austra Bertha: &bdquo;Wenn wir friedlich zusammenleben wollen, ja, hier in Honduras, oder auch in ganz Mittelamerika, dann m&uuml;ssen wir etwas daf&uuml;r tun. Und das f&auml;ngt damit an, dass wir uns f&uuml;r entrechtete Menschen einsetzen. Wir alle.&ldquo;</p><p>Den gr&ouml;&szlig;ten Einfluss auf Bertas Entwicklung nimmt ihre Mutter. Austra Bertha Flores L&oacute;pez. Eine mutige Frau, die ihr Herz auf der Zunge tr&auml;gt und die Machenschaften der Milit&auml;rdiktaturen anprangert. Berta strebt ihrer Mutter nach und k&auml;mpft lautstark gegen Landraub, Rassismus und Machismo. 1993 ist sie gemeinsam mit ihrem Mann Mitbegr&uuml;nderin des B&uuml;rgerrats der Volks- und Indigenen-Organisationen von Honduras &ndash; kurz: COPINH.</p><p>Berta: &bdquo;Wir werden alles f&uuml;r die Durchsetzung unserer Rechte tun. Wir haben ein Recht auf Ausbildung, ein Recht auf unser Land, auf Umweltschutz und das Recht auf Schutz unserer Lenca-Kultur.&ldquo;</p><p>Zu diesem Zeitpunkt leben f&uuml;nfeinhalb Millionen Menschen in Honduras. Mehr als die H&auml;lfte ist bettelarm. Besonders die Lenca-Indigenen, deren Lebensraum durch Gro&szlig;investoren aus der Agrarindustrie bedroht wird und stetig schrumpft. Immer mehr Lenca werden von ihren Feldern vertrieben. Statt Kaffee, Kakao, Tabak, Mais, Weizen oder Zuckerrohr nachhaltig anzubauen, suchen sie nach Jobs in der Stadt, was am Ende wenig aussichtsreich ist. Derweil werden unentwegt B&auml;ume gef&auml;llt, W&auml;lder gerodet. Insbesondere nach dem Milit&auml;rputsch im Jahr 2009 nimmt der Ausverkauf der honduranischen Natur enorm an Fahrt auf. Eine Gruppe Lenca-Indigener wendet sich besorgt an Bertas Organisation COPINH.</p><p>Lenca: &bdquo;Wir kommen aus dem Dorf La Tejera. Direkt am R&iacute;o Gualcarque. Sie bringen gro&szlig;e Maschinen, gro&szlig;e Bauger&auml;te ans Flussufer. Was haben die vor?&ldquo;</p><p>Berta: &bdquo;Na in jedem Fall haben sie vor, uns weiter zu verdr&auml;ngen. Unsere Autonomie zu stehlen.&ldquo;</p><p>Lenca: &bdquo;Die Bohnenfelder haben sie schon platt gemacht.&ldquo;</p><p>Berta: &bdquo;Und jetzt wollen sie uns den Fluss nehmen.&ldquo;</p><p>Der R&iacute;o Gualcarque ist f&uuml;r die Lenca ein spiritueller Ort. Und das bleibt er nur, wenn der Flusslauf auch weiterhin ein nat&uuml;rlicher ist, von Menschenhand unber&uuml;hrt. Ein f&uuml;r die Menschen von La Tejera heiliger Fluss, der ihren Lebensunterhalt sichert. Doch die Milit&auml;rregierung hat die Idee, den Bergbau zu f&ouml;rdern, eine Vielzahl von Bergbaubetrieben zuzulassen und f&uuml;r deren Energiebedarf zig Staud&auml;mme zu genehmigen. Daf&uuml;r hat sie Land und Wasser kurzerhand privatisiert. Per Dekret.</p><p>Berta: &bdquo;Agua Zarca. So soll er hei&szlig;en. Der neue gro&szlig;e Staudamm am R&iacute;o Gualcarque. Agua Zarca. Lasst uns den Wahnsinn verhindern.&ldquo;</p><p>Der Agua Zarca Staudamm ist ein Gemeinschaftsprojekt. Federf&uuml;hrend ist das honduranische Energieunternehmen DESA in Zusammenarbeit mit dem gr&ouml;&szlig;ten Staudammbauer der Welt, dem chinesischen Unternehmen Sinohydro. Hinter DESA steckt die Familie Atala. Mit einem Milliardenverm&ouml;gen und den besten Beziehungen in die Politik. Die Privatisierungsoffensive der Regierung sp&uuml;lt noch mehr Geld auf die Konten der Atalas. Auch das Unternehmen Voith aus Heidenheim in Baden-W&uuml;rttemberg ist Gesch&auml;ftspartner im Projekt Agua Zarca. Es will Turbinen liefern.</p><p>Die Lenca hat man zu den Pl&auml;nen des Staudammbaus am R&iacute;o Gualcarque nicht gefragt - ein Versto&szlig; gegen internationale Vertr&auml;ge, die die Rechte indigener V&ouml;lker regeln. Der Fluss soll kanalisiert werden, um Turbinen anzutreiben. F&uuml;r die Lenca in La Tejera w&uuml;rde das eine Unterbrechung der Wasserversorgung bedeuten, und man w&uuml;rde so auch ihr Recht auf autonome Bewirtschaftung ihres Landes verletzen.</p><p>Berta: &bdquo;Wir m&uuml;ssen das gemeinsam tun. Alleine schaffe ich das nicht.&ldquo;</p><p>Lenca: &bdquo;Was sollen wir denn tun? Wir haben doch gar keine Erfahrung, an wen wir uns wenden m&uuml;ssen, dass es am Ende auch was bringt.&ldquo;</p><p>Berta: &bdquo;Die Erfahrung m&uuml;sst ihr jetzt machen. Und ich gehe meinetwegen auch voran. Doch f&uuml;r den Fall, dass ich eines Tages &ndash; sagen wir &ndash; verhindert bin, dann m&uuml;sst ihr ohne mich k&auml;mpfen. Darauf m&uuml;sst ihr Euch vorbereiten.&ldquo;</p><p>Die Lenca organisieren den Widerstand. Mit Berta C&aacute;ceres an der Spitze. Sie reichen Beschwerde bei den Regierungsbeh&ouml;rden ein und organisieren eine B&uuml;rgerversammlung in La Tejera. Auf friedliche Weise fordern sie ihr Mitspracherecht ein.</p><p>Berta: &bdquo;Hier k&ouml;nnt ihr offiziell eure Stimme abgeben &ndash; f&uuml;r oder gegen Agua Zarca. Wir sammeln die Stimmen und geben das Votum an die &ouml;rtlichen B&uuml;rgermeister und auch an die Landesregierung weiter.&ldquo;</p><p>Allerdings ignoriert die Landesregierung die Gegenwehr der Lenca. Etliche B&uuml;rgermeister f&auml;lschen Protokolle von Gemeindeversammlungen und bieten den Menschen am R&iacute;o Gualcarque sogar Bargeld an, sollten sie dem Bauprojekt mit ihrer Unterschrift zustimmen.</p><p>Berta wendet sich auch an die interamerikanische Kommission f&uuml;r Menschenrechte und fordert, den Geldgebern von Agua Zarca einen Riegel vorzuschieben. Gleichzeitig mehren sich anonyme Drohungen gegen Berta. Immer &ouml;fter beobachtet sie vor ihrem kleinen gr&uuml;nen Bungalow parkende Autos mit dunklen Scheiben. Im April 2013 beginnen die Lenca, den Zugang zum Staudammgel&auml;nde zu blockieren. &Uuml;ber Wochen und Monate wechseln sie sich im Wachtdienst ab. Es gibt kein Durchkommen mehr f&uuml;r die DESA-Fahrzeuge. Die Regierung schickt das Milit&auml;r. Soldaten bewachen die Baustelle. Dann ein t&ouml;dlicher Zwischenfall im Juli 2013. W&auml;hrend einer Protestaktion der Lenca gibt es Sch&uuml;sse am Fluss.</p><p>Lenca: &bdquo;Berta. Berta! Tom&aacute;s hat&rsquo;s erwischt. Sie haben ihn erschossen.&ldquo;</p><p>Tom&aacute;s Garc&iacute;a. Gemeindevorsteher und COPINH-Mitglied. Erschossen von einem Soldaten. Der Protest der Lenca wird lauter und w&uuml;tender. Der Tod von Garc&iacute;a ist kein Einzelfall. Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten leben gef&auml;hrlich in Honduras. Immer wieder werden sie Opfer von Waffengewalt und Folter. Die Blockade an der Dammbaustelle h&auml;lt &uuml;ber viele Monate, bis die Lenca der &Uuml;bermacht der Armee nichts mehr entgegenzusetzen haben. Dennoch: Die Baustelle liegt weiter brach. Denn Ende 2013 k&uuml;ndigt das chinesische Unternehmen Sinohydro den Vertrag mit DESA. Als Grund nennen die Chinesen den wachsenden Widerstand der Bev&ouml;lkerung vor allem nach dem Tod Garc&iacute;as. Und es gibt eine weitere gute Nachricht f&uuml;r die Lenca.</p><p>Berta: &bdquo;H&ouml;rt zu. Wir hatten Erfolg. Die IFC zieht ihre Gelder zur&uuml;ck. Begr&uuml;ndung: DESA verletze Menschenrechte. Wir schaffen es. Leute, ich sag&rsquo;s euch. Der Fluss hat es mir verraten.&ldquo;</p><p>Die IFC, International Finance Corporation, ist eine internationale Entwicklungsbank in der Weltbankgruppe. Sie beteiligt sich an gro&szlig;en Vorhaben privater Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenl&auml;ndern, indem sie langfristige Investitionsdarlehen gew&auml;hrt. Der R&uuml;ckzug der IFC aus dem Agua Zarca-Projekt ist f&uuml;r DESA ein schwerer Schlag. Der Bau des Staudamms kommt zum Stillstand. Maschinen und Betonr&ouml;hren stehen verlassen am Ufer des R&iacute;o Gualcarque. DESA sucht nach alternativen Finanzierungsquellen. Berta wei&szlig;, dass die Lenca ihren Kampf noch nicht gewonnen haben.</p><p>Berta: &bdquo;Sie wollen jetzt am anderen Ufer bauen. Sie meinen, sie k&ouml;nnten so unsere Landrechte umgehen. Kommt. Ich zeig es euch.&ldquo;</p><p>Samstag, 20. Februar 2016. Berta f&uuml;hrt eine Gruppe von Aktivisten an die Agua Zarca-Baustelle. Auf dem Weg zum Ufer begegnet ihr Sergio Rodriguez, Abteilungsleiter f&uuml;r Umwelt und Soziales bei DESA.</p><p>Rodriguez: &bdquo;Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist, noch weiterzugehen. Drehen Sie lieber um. Es stehen bewaffnete M&auml;nner am Fluss.&ldquo;</p><p>Berta: &bdquo;Wir drehen nicht um. Wir haben ein Recht, hier zu sein.&ldquo;</p><p>Rodriguez: &bdquo;Ich habe Sie gewarnt. Wenn Ihnen etwas zust&ouml;&szlig;t, dann tragen Sie die Verantwortung, nicht wir.&ldquo;</p><p>Berta f&uuml;hrt die Gruppe weiter. Vorbei an finster blickenden Sicherheitsleuten. Am Ufer sucht Berta einen schattigen Platz. Dort verbindet sie sich mit dem Geist des R&iacute;o Gualcarque. Erst im Dunkeln verlassen sie und ihre Mitstreiter den Fluss. Gehen zu Bertas Auto, das sie v&ouml;llig demoliert vorfinden.</p><p>Berta: &bdquo;So sind sie. Und noch viel barbarischer. DESA hat eine Liste. Eine lange Abschussliste. Und ich stehe ganz oben.&ldquo;</p><p>Mittwochabend, 2. M&auml;rz 2016. Berta hat in ihrem Haus in La Esperanza einen Gast. Gustavo Castro. Menschenrechtsaktivist aus Mexiko. Gustavo ist f&uuml;r einen Workshop der indigenen COPINH-Organisation nach Honduras gekommen. Es ist sp&auml;t geworden. Gustavo legt sich in Bertas Wohnzimmer schlafen. Um kurz vor Mitternacht brechen bewaffnete M&auml;nner die Hintert&uuml;r des Hauses auf und dringen in Bertas Schlafzimmer ein. Es fallen Sch&uuml;sse. Auf der Flucht schie&szlig;t einer der T&auml;ter auch auf Gustavo. Gustavo hat Gl&uuml;ck. Zwei Streifsch&uuml;sse haben ihn nur leicht verletzt. Er h&ouml;rt, wie Berta nach ihm ruft.</p><p>Gustavo: &bdquo;Berta. Berta. Bleib hier. Mach keinen Schei&szlig;. Verdammt.&ldquo;</p><p>Berta verblutet in Gustavos Armen. Am 3. M&auml;rz 2016. Einen Tag vor ihrem 45. Geburtstag.</p><p>Im Jahr 2018 erkl&auml;rt das Energieunternehmen DESA das Staudammprojekt Agua Zarca f&uuml;r beendet. 2019 verurteilt ein honduranisches Gericht sieben M&auml;nner zu Haftstrafen zwischen 30 und 50 Jahren. Darunter auch zwei DESA-F&uuml;hrungskr&auml;fte. Sie haben die Ermordung Bertas angeordnet. Und auch der Ex-Pr&auml;sident der DESA, Roberto David Castillo, wird 2021 als Mitt&auml;ter schuldig gesprochen. Das Urteil: 22einhalb Jahre Haft.</p><p>Wenn die Lenca heute an Berta erinnern, dann meistens mit einem ihrer ber&uuml;hmtesten Zitate:</p><p>Berta: &bdquo;Vos ten&eacute;s la bala - yo la palabra. La bala muere al detonarse &ndash; la palabra vive al replicarse.&ldquo;</p><p>&bdquo;Du hast die Kugel. Ich habe das Wort. Die Kugel stirbt, wenn sie explodiert. Das Wort lebt, wenn es sich reproduziert&ldquo;.</p><p>Berta C&aacute;ceres. Die Stimme der Indigenen in Honduras. Berta C&aacute;ceres. Human Minded. Eine Produktion des Saarl&auml;ndischen Rundfunks.</p> ]]></content:encoded><pubDate>Thu, 02 May 2024 00:01:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>HUMAN MINDED - Trailer Staffel 2</title>
    <itunes:subtitle>Was bringst du ein in unsere Gemeinschaft? Humane Gesinnung oder Ellenbogenmentalität? HUMAN MINDED erzählt jede Woche eine spannende Geschichte über außergewöhnliche, selbstlose Menschen.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Stellst du dich vor die geladene Kalaschnikow eines Terroristen, um Kinder zu schützen? Setzt du dein Leben aufs Spiel, um Menschen bei der Flucht in die Freiheit zu helfen? Was bringst du ein in unsere Gemeinschaft? Humane Gesinnung oder Ellenbogenmentalität? HUMAN MINDED erzählt jede Woche eine spannende Geschichte über außergewöhnliche Menschen, die Nächstenliebe und Uneigennützigkeit tatsächlich vorgelebt haben. Menschen, die trotz ihres großen Mutes und ihres selbstlosen Engagements dennoch weitgehend unbekannt sind. Menschen und ihre Geschichten, die du so schnell nicht wieder aus dem Kopf bekommst.</itunes:summary>   
    <description>Was bringst du ein in unsere Gemeinschaft? Humane Gesinnung oder Ellenbogenmentalität? HUMAN MINDED erzählt jede Woche eine spannende Geschichte über außergewöhnliche, selbstlose Menschen.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_34987_20240418_130018.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_34987_20240418_130018.mp3" length="2349892" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_34987_20240418_130018.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/34987_SR_HM_P_1713529511~_v-sr_Square_1400.jpg?9f2720f9a5594b4be31620088fb413bc'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Menschenrechte;Umweltaktivist;Lebensretter;Helden;Vorbilder;Zivilcourage;human rights;Amnesty International;Umweltschutz</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><content:encoded><![CDATA[ <p>Anna Politkowskaja schreibt &uuml;ber russische Kriegsverbrechen und kommt auf Putins Todesliste: &bdquo;Wenn ich get&ouml;tet werde, sucht den M&ouml;rder im Kreml.&ldquo;</p><p>Patrice Lumumba befreit seine Landsleute aus der Besatzung und ger&auml;t ins Fadenkreuz der CIA: &bdquo;Dich hat man nur eine Lektion, nur ein Motto gelehrt: Sklavenarbeit oder Tod.&ldquo;</p><p>Fanny-Ann Eddy k&auml;mpft f&uuml;r die Rechte queerer Menschen und erh&auml;lt Morddrohungen: &bdquo;Schweigen macht verletzbar.&ldquo;</p><p>Human Minded, die neue Staffel des Podcasts vom Saarl&auml;ndischen Rundfunk, mit wahren Geschichten von Menschen, die alles geben. F&uuml;r Minderheiten, f&uuml;r Benachteiligte und Ausgegrenzte. F&uuml;r Freiheit und Frieden. F&uuml;r Menschenrechte.</p><p>Human Minded, die zweite Staffel.</p> ]]></content:encoded><pubDate>Thu, 25 Apr 2024 00:01:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>Carmen Lyra - Bildungspionierin in Costa Rica.</title>
    <itunes:subtitle>Die letzte Episode der ersten Staffel erzählt die Geschichte von Carmen Lyra. Schriftstellerin, Frauenrechtlerin und vor allem Anwältin armer Kinder in Costa Rica. Sie gründet die erste Montessori-Schule des Landes und legt sich mit der Regierung an.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Carmen Lyra erzählt in ihren Büchern von Solidarität und Diversität. Sie setzt sich für die Schwächsten in der Gesellschaft Costa Ricas ein, für arme Kinder. Sie kämpft für Frauenrechte, gründet die Kommunistische Partei Costa Ricas und wird von der Regierung gejagt. Carmen Lyra ist eine Frau mit großem Herzen und unbändigem Mut.</itunes:summary>   
    <description>Die letzte Episode der ersten Staffel erzählt die Geschichte von Carmen Lyra. Schriftstellerin, Frauenrechtlerin und vor allem Anwältin armer Kinder in Costa Rica. Sie gründet die erste Montessori-Schule des Landes und legt sich mit der Regierung an.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_23691_20211222_093852.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_23691_20211222_093852.mp3" length="33297600" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_23691_20211222_093852.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/23691_SR_HM_P_1640162332~_v-sr_Square_1400.jpg?6844e0b484278c999baad6864d79b955'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Carmen Lyra;Costa Rica;Montessori;Maria Isabel Carvajal Quesada;Kinderbuchautorin;Kinderarmut;Pädagogik;Diversität;Bildung;Frauenrechte</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Thu, 23 Dec 2021 00:00:00 +0100</pubDate></item><item>
    <title>Ken Saro-Wiwa - Umweltschützer gegen Ölmulti.</title>
    <itunes:subtitle>Ken Saro-Wiwa gegen Shell. Ein Umweltaktivist gegen einen Ölmulti. Furchtlos setzt Saro-Wiwa sein Leben aufs Spiel, denn Shell richtet verheerende Umweltschäden im Ogoni-Land an, im Süden Nigerias. Eine Heldengeschichte.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Die Ogoni im Süden Nigerias leben vom Fischfang und der Landwirtschaft. Hier wächst Ken Saro-Wiwa auf. 1958 ist es vorbei mit der heilen Natur. Shell rückt an und fördert Unmengen Öl. Nigeria gilt als das ölreichste Land Afrikas. Saro-Wiwas Heimatland verwandelt sich in eine ölschwarze Mondlandschaft. Dagegen begehrt Ken Saro-Wiwa auf. Er versammelt Umweltaktivisten um sich und organisiert die Gegenwehr. Nigerias Militärdiktatur und der Ölkonzern Shell lassen sich allerhand einfallen, um Saro-Wiwa auszuschalten. Ein Kampf auf Messers Schneide.</itunes:summary>   
    <description>Ken Saro-Wiwa gegen Shell. Ein Umweltaktivist gegen einen Ölmulti. Furchtlos setzt Saro-Wiwa sein Leben aufs Spiel, denn Shell richtet verheerende Umweltschäden im Ogoni-Land an, im Süden Nigerias. Eine Heldengeschichte.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_23556_20211214_120232.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_23556_20211214_120232.mp3" length="41029440" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_23556_20211214_120232.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/23556_SR_HM_P_1639479752~_v-sr_Square_1400.jpg?d3716ac57b3e4e5905a6a3d8dd62acad'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Ken Saro-Wiwa;Umweltaktivist;Umweltverschmutzung;Shell;Ogoni-Land;Ogoni-Volk;Bürgerrechtler;Menschenrechte;Militärdiktatur</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Thu, 16 Dec 2021 00:00:00 +0100</pubDate></item><item>
    <title>Jan Hus - Wegbereiter der Reformation.</title>
    <itunes:subtitle>Die Kirche ist habsüchtig und ganz und gar nicht so gottgefällig, wie sie tut. Würdenträger machen Geschäfte mit Posten und Sakramenten. Sie machen sich bestechlich. Das sagt Jan Hus. Vor gut 600 Jahren. Hus will die Kirche reformieren. Ein forscher Plan.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Darf ein Prediger den Papst das Gegenstück zu Christus nennen? Ohne dass man ihn bestraft? Darf ein Prediger der Kirche Ausbeutung und Pfründenwirtschaft vorwerfen? Ohne dass er Konsequenzen fürchten muss? Anfang des 15. Jahrhunderts legt sich Jan Hus mit der Kirche an. Seine Gefolgschaft ist so groß, dass man versucht, ihn zur Umkehr zu bewegen, statt ihn kurzerhand aus dem Verkehr zu ziehen. Die Ideen des Reformators Jan Hus finden großen Nachhall. Martin Luther stützt sich gut 100 Jahre später auf die Ideen des Predigers aus Böhmen.</itunes:summary>   
    <description>Die Kirche ist habsüchtig und ganz und gar nicht so gottgefällig, wie sie tut. Würdenträger machen Geschäfte mit Posten und Sakramenten. Sie machen sich bestechlich. Das sagt Jan Hus. Vor gut 600 Jahren. Hus will die Kirche reformieren. Ein forscher Plan.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_23441_20211207_095519.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_23441_20211207_095519.mp3" length="41058240" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_23441_20211207_095519.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/23441_SR_HM_P_1638867319~_v-sr_Square_1400.jpg?348acba9080745d88156e01b80235ef1'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Jan Hus;Reformation;Kirchengeschichte;Martin Luther;Schisma;Karls-Universität;Glaubensspaltung;Papsttum;Mittelalter;Prag</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Thu, 09 Dec 2021 00:00:00 +0100</pubDate></item><item>
    <title>Marsha P. Johnson - Heldin aus der Christopher Street.</title>
    <itunes:subtitle>&quot;Ich war nichts und niemand aus Nirgendwo, bis ich eine Drag Queen wurde.&quot; Marsha P. Johnson, Transfrau, LGBTIQ-Streiterin und Act Up-Aktivistin, hat sich zeit ihres Lebens mit großer Leidenschaft für Minderheiten, Kranke und Schwache eingesetzt.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>&quot;Kein Stolz für einige von uns ohne die Befreiung für uns alle&quot;, sagt Marsha P. Johnson. Sie ist beteiligt am Stonewall-Aufstand 1969 in der Christopher Street. Sie legt  mit anderen Aktivist*innen die Wall Street lahm, um gegen teure Aidsmedikamente zu demonstrieren. Obdachlosen Jugendlichen, die von ihren Eltern rausgeschmissen worden sind, gewährt sie Unterschlupf. Man nennt sie Queen Mum.</itunes:summary>   
    <description>&quot;Ich war nichts und niemand aus Nirgendwo, bis ich eine Drag Queen wurde.&quot; Marsha P. Johnson, Transfrau, LGBTIQ-Streiterin und Act Up-Aktivistin, hat sich zeit ihres Lebens mit großer Leidenschaft für Minderheiten, Kranke und Schwache eingesetzt.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_23287_20211125_141951.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_23287_20211125_141951.mp3" length="39883200" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_23287_20211125_141951.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/23287_SR_HM_P_1637846391~_v-sr_Square_1400.jpg?c9c972c6c9c100d652e01167dc4be903'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Marsha P. Johnson;Sylvia Rivera;Christopher Street Day;Drag Queen;People Of Color;HIV und Aids;LGBTIQ;Transsexualität;Homosexualität;Menschenrechte</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Wed, 01 Dec 2021 00:00:00 +0100</pubDate></item><item>
    <title>Gerda Taro - Im draufgängerischen Kampf gegen den Faschismus.</title>
    <itunes:subtitle>Gerda Taro ist Leidenschaft pur. Die junge jüdische Frau flieht vor den Nazis. In Paris verliebt sie sich in den Fotografen Robert Capa. Gemeinsam gehen die beiden nach Spanien, um die Bürgermilizen im Kampf gegen Francos Faschisten zu unterstützen.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>&quot;Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, dann warst du nicht nah genug dran.&quot; Diesen Leitsatz ihres Freundes und Mitstreiters Robert Capa verinnerlicht Gerda Taro. Im Spanischen Bürgerkrieg begibt sie sich mit den Milizionären in die Schützengräben und macht Aufnahmen vom Widerstand der Republikaner gegen die Truppen Francos. Gerda zeigt der Welt die Toten des Bürgerkriegs aus nächster Nähe. Ihre Bilder begehren auf gegen die Grausamkeiten der Franquisten.</itunes:summary>   
    <description>Gerda Taro ist Leidenschaft pur. Die junge jüdische Frau flieht vor den Nazis. In Paris verliebt sie sich in den Fotografen Robert Capa. Gemeinsam gehen die beiden nach Spanien, um die Bürgermilizen im Kampf gegen Francos Faschisten zu unterstützen.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22900_20211028_125214.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22900_20211028_125214.mp3" length="53759040" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_22900_20211028_125214.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/22900_SR_HM_P_1635418278~_v-sr_Square_1400.jpg?948d0cf3d5fcb60019f6770c4a80a781'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Gerda Taro;Robert Capa;Franco;Spanischer Bürgerkrieg;Berühmte Fotografen;Kriegsfotografie;Falling Soldier;Loyalistischer Soldat im Moment des Todes;The Spanish Earth;Zweite Spanische Republik</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Thu, 25 Nov 2021 00:00:00 +0100</pubDate></item><item>
    <title>Toussaint Louverture - Sklave und Sklavenbefreier.</title>
    <itunes:subtitle>Toussaint Louverture hat sich entschieden: Obwohl ihm als freigekommenen Sklaven keine Gefahr droht, führt er den Kampf gegen die französischen Kolonialisten auf Saint-Domingue, um unzählige Sklaven zu befreien. Er legt sich sogar mit Napoleon an.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Wenn du als Sklave freikommst, dann bist du doch sehr schnell über alle Berge. Nicht so Toussaint Louverture. Er sagt, dass er zwar als Sklave geboren wurde, jedoch in ihm die Seele eines freien Mannes wohne; eines Mannes mit einem Auftrag. Louverture kämpft erbittert gegen die französischen Kolonialisten auf Saint-Domingue und befreit todesmutig unzählige Sklaven. Als Napoleon eingreift, wird es brenzlig.</itunes:summary>   
    <description>Toussaint Louverture hat sich entschieden: Obwohl ihm als freigekommenen Sklaven keine Gefahr droht, führt er den Kampf gegen die französischen Kolonialisten auf Saint-Domingue, um unzählige Sklaven zu befreien. Er legt sich sogar mit Napoleon an.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22899_20211028_124402.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22899_20211028_124402.mp3" length="37248000" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_22899_20211028_124402.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/22899_SR_HM_P_1635417842~_v-sr_Square_1400.jpg?65ffd3a2525c6a770601e5468ad9ea78'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Toussaint Louverture;Saint-Domingue;Sklaverei;Völkerverschleppung;Französische Kolonien;Napoleon;Französische Revolution;Sklavenbefreiung;Haiti;Erste schwarze Republik</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Thu, 18 Nov 2021 00:00:00 +0100</pubDate></item><item>
    <title>Edith Cavell - Fluchthelferin im Ersten Weltkrieg.</title>
    <itunes:subtitle>&quot;Ich kann nicht aufhören, solange es noch Leben zu retten gibt.&quot; Entschlossen lotst Edith Cavell im Ersten Weltkrieg unzählige Soldaten von Brüssel in die Niederlande und rettet sie somit vor deutscher Gefangenschaft.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Edith Cavell, Engländerin und Managerin eines Ausbildungskrankenhauses in Brüssel, geht es um Menschenleben. Nicht um Armeezugehörigkeit. Sie verspürt eine Berufung und geht ihr nach. Gemeinsam mit belgischen Widerstandskämpfern betreibt sie im ersten Weltkrieg ein Fluchthilfenetzwerk und rettet somit viele Menschenleben. Sie ist couragiert und trickreich. Doch man stellt Edith eine Falle.</itunes:summary>   
    <description>&quot;Ich kann nicht aufhören, solange es noch Leben zu retten gibt.&quot; Entschlossen lotst Edith Cavell im Ersten Weltkrieg unzählige Soldaten von Brüssel in die Niederlande und rettet sie somit vor deutscher Gefangenschaft.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22898_20211028_123715.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22898_20211028_123715.mp3" length="30794880" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_22898_20211028_123715.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/22898_SR_HM_P_1635417435~_v-sr_Square_1400.jpg?8f22cafe45faeed55cc559269c980858'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Edith Cavell;Philippe Baucq;Erster Weltkrieg;Kriegsgericht;Nächstenliebe;Vorbild;Berkendael Institut;Fluchthilfe;Courage;Berühmte Krankenschwester</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Thu, 11 Nov 2021 00:00:00 +0100</pubDate></item><item>
    <title>Ryan Arnold - Bruderherz und Lebendspender.</title>
    <itunes:subtitle>Ryan&apos;s Bruder Chad ist schwer erkrankt. Er wartet auf eine Spenderleber. Doch die Uhr tickt. Schließlich entschließt sich Ryan, Lebendspender zu werden, um Chad das Leben zu retten.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Wie weit würdest du gehen, um deinem Bruder das Leben zu retten? Welche Risiken würdest du eingehen, was würdest du hergeben und mit wem musst du dich am Ende darauf verständigen, dass du womöglich dein Leben riskierst? Für Ryan ist die Situation klar: Er nimmt Risiken in Kauf und gibt als Lebendspender seinem Bruder einen Teil seiner Leber.</itunes:summary>   
    <description>Ryan&apos;s Bruder Chad ist schwer erkrankt. Er wartet auf eine Spenderleber. Doch die Uhr tickt. Schließlich entschließt sich Ryan, Lebendspender zu werden, um Chad das Leben zu retten.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22897_20211028_123109.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22897_20211028_123109.mp3" length="39845760" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_22897_20211028_123109.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/22897_SR_HM_P_1635417069~_v-sr_Square_1400.jpg?69af08a86b7e1c02809bde10f2db76dd'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Organspende;Lebertransplantation;Riskante Operation;PSC;Ryan Arnold;Wahre Geschichte;Mut;Courage;Selbstlosigkeit;Bruderliebe</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Thu, 04 Nov 2021 01:00:00 +0100</pubDate></item><item>
    <title>Friedrich Lengfeld - Kann ein Nazi-Leutnant gutherzig sein?</title>
    <itunes:subtitle>Eine humane Gesinnung in Hitler-Uniform? Eine sehr ambivalente Geschichte um Friedrich Lengfeld, der in einem Moment couragiert genug ist, sich aufzumachen, um das Leben eines Feindes zu retten.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Kann ein Nazi-Leutnant gutherzig sein? Friedrich Lengfeld wird von seinen Soldaten geschätzt. Weil er einer von ihnen ist. Weil er sie nicht hängenlässt. Und trotzdem ist er Nazi und damit kein Held in dieser Geschichte. Im November 1944 zeigt sich Lengfeld mitfühlend. Er will einen schwerverwundeten Feind bergen. Dabei setzt er sein eigenes Leben aufs Spiel.</itunes:summary>   
    <description>Eine humane Gesinnung in Hitler-Uniform? Eine sehr ambivalente Geschichte um Friedrich Lengfeld, der in einem Moment couragiert genug ist, sich aufzumachen, um das Leben eines Feindes zu retten.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22419_20210923_125636.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22419_20210923_125636.mp3" length="33416640" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_22419_20210923_125636.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/22419_SR_HM_P_1632740764~_v-sr_Square_1400.jpg?fcb14fa0eb77fa614dccc65ecbe36677'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Friedlich Lengfeld;menschenliebe;gute tat;wahre Geschichte;helfer;retter;courage;vorbild;haltung;schlacht im hürtgenwald</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Thu, 28 Oct 2021 00:00:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>Harriet Tubman - Die die Sklaven Moses nennen.</title>
    <itunes:subtitle>Harriet Tubman ist entschlossen. Ihr genügt ihre eigene Freiheit nicht. Hunderte Sklaven profitieren von ihrem Mut und ihrer Menschenliebe. Harriet geht einen hochspannenden Lebensweg.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Black Lives Matter. Was ist so schwierig an dieser Ansicht? Harriet Tubman begehrt auf. Sie wird als Sklavin geboren und befreit sich, um dann ihre Freiheit wieder zu riskieren: Harriet kehrt zurück und befreit ihre Familie und Freunde. Eine Frau mit einem außergewöhnlichen Gerechtigkeitsempfinden.</itunes:summary>   
    <description>Harriet Tubman ist entschlossen. Ihr genügt ihre eigene Freiheit nicht. Hunderte Sklaven profitieren von ihrem Mut und ihrer Menschenliebe. Harriet geht einen hochspannenden Lebensweg.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22418_20210923_124808.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22418_20210923_124808.mp3" length="43214400" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_22418_20210923_124808.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/22418_SR_HM_P_1632740735~_v-sr_Square_1400.jpg?b8c5f94cfff2ccec62231056419e9b5a'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Harriet Tubman;black lives matter;people of color;rassismuss;sklaventum;menschenrechte;courage;vorbild;starke frau;wahre geschichte</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Thu, 21 Oct 2021 00:00:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>Takashi Nagai - Lebensretter beim Atomangriff auf Nagasaki.</title>
    <itunes:subtitle>Kann der Blick ins Angesicht des Todes Ansporn sein? Was treibt Takashi Nagai um? Nach dem Atombombenangriff auf Nagasaki sucht er nicht etwa Schutz in einem  Bunker, sondern er versorgt unzählige Verletzte und setzt dabei sein Leben aufs Spiel.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Niemand von uns kann sich das Inferno vorstellen, das eine Atombombe verursacht. Takashi Nagai erlebt den Angriff auf Nagasaki im August 1945. Er entscheidet sich für das Risiko, um anderen das Leben zu retten. Was ist Liebe? Selbst- und Nächstenliebe? Takashi Nagai öffnet sein Herz und seinen Verstand und wird so zu einer großen Persönlichkeit.</itunes:summary>   
    <description>Kann der Blick ins Angesicht des Todes Ansporn sein? Was treibt Takashi Nagai um? Nach dem Atombombenangriff auf Nagasaki sucht er nicht etwa Schutz in einem  Bunker, sondern er versorgt unzählige Verletzte und setzt dabei sein Leben aufs Spiel.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22417_20210923_123704.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22417_20210923_123704.mp3" length="45258240" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_22417_20210923_123704.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/22417_SR_HM_P_1632740176~_v-sr_Square_1400.jpg?1c2e941925ff5c9f84c17f5ee213df13'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Takashi Nagai;nagasaki;atombombe;japan;vorbilder;helden;menschenliebe;retter;wahre Geschichte;courage</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Thu, 14 Oct 2021 00:00:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>Mary Seacole - Kümmerin für Freunde wie für Feinde.</title>
    <itunes:subtitle>Mary Seacole, eine couragierte Frau aus Jamaika, die Erniedrigungen und Ausgrenzungen ignoriert und sich stattdessen um Bedürftige kümmert.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Du umgibst dich nur mit Menschen deiner Hautfarbe? Du lässt People of Color nicht an dich ran? Mary Seacole hat Herz und Mut. Alles, was eine gute Krankenschwester und Seelsorgerin ausmacht. Und dennoch wird die Frau aus Jamaika gemieden und ausgegrenzt. Trotz aller Widrigkeiten: Mary Seacole wird Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer Heldin.</itunes:summary>   
    <description>Mary Seacole, eine couragierte Frau aus Jamaika, die Erniedrigungen und Ausgrenzungen ignoriert und sich stattdessen um Bedürftige kümmert.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22416_20210923_121013.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22416_20210923_121013.mp3" length="31205760" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_22416_20210923_121013.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/22416_SR_HM_P_1632739977~_v-sr_Square_1400.jpg?5ef377137cb0eb715267ee6816caa195'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Mary Seacole;people of color;starke Frau;jamaika;florence nightingale;Vorbild;Menschenrechte;Helden;wahre Geschichte;courage</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Thu, 07 Oct 2021 00:00:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>Arland Williams - Der die eigene Rettung hintanstellt.</title>
    <itunes:subtitle>Ein Flugzeugabsturz in Washington. Eine Handvoll Überlebender im vereisten Potomac River. Und Arland Williams überlässt anderen die Rettungsleine - aus gutem Grund.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Arland Williams ist beruflich unterwegs im kühlen gewinnorientierten Auftrag der US-Notenbank. Als Mensch aber ist Williams ungemein empathisch. Er zeigt Mitgefühl. Für Menschen, die ihren Job verlieren. Für den Sohn seiner Verlobten, der sich an einen neuen Papa gewöhnen soll. Williams stellt sich hinten an. Diese Haltung rettet im Januar 1982 Unfallopfern das Leben. Arland Willams – ein Menschenfreund.   </itunes:summary>   
    <description>Ein Flugzeugabsturz in Washington. Eine Handvoll Überlebender im vereisten Potomac River. Und Arland Williams überlässt anderen die Rettungsleine - aus gutem Grund.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22182_20210906_143336.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22182_20210906_143336.mp3" length="38663040" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_22182_20210906_143336.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/22182_SR_HM_P_1632739701~_v-sr_Square_1400.jpg?08629a9ffaaf477ceda43287decbbb3d'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Retter;Helden;Vorbilder;People;Courage;Philanthropie;Flugzeugabsturz;sich opfern;14th street bridge;wahre Geschichte</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Thu, 30 Sep 2021 00:00:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>Ruth Held - Unbekümmerte junge Frau hilft Juden.</title>
    <itunes:subtitle>Regelmäßig bringt die 19jährige Ruth Taschen voller Lebensmittel ins Hamburger Grindelviertel. Beinahe unbekümmert versorgt sie Juden und begibt sich dabei in höchste Gefahr.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Ruth Held, ein gutgläubiger Teenager aus Hamburg. Ruth schleicht sich an SS-Wachposten vorbei, um Juden mit Lebensmitteln zu versorgen. Sie zeigt Zwangsarbeiterinnen der Hanseatischen Kettenfabrik in Hamburg Langenhorn Fluchtwege auf, und sie traut sich, ihren Vorgesetzten, einen Nazi, vorzuführen. Sie brüllt ihn an, sie sei kein Spitzel. Ruth Held – Antifaschistin.</itunes:summary>   
    <description>Regelmäßig bringt die 19jährige Ruth Taschen voller Lebensmittel ins Hamburger Grindelviertel. Beinahe unbekümmert versorgt sie Juden und begibt sich dabei in höchste Gefahr.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22177_20210906_134317.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22177_20210906_134317.mp3" length="30103680" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_22177_20210906_134317.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/22177_SR_HM_P_1632404298~_v-sr_Square_1400.jpg?374ae9b65565936fbffd43f1eb173137'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Helden;People;Vorbilder;Courage;Judenhilfe;Antifaschismus;zweiter Weltkrieg;Hamburger Feuersturm;Zwangsarbeiterinnen;Philanthropie</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Thu, 23 Sep 2021 00:00:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>Vincent Coleman - Seine Hingabe rettet Tausenden das Leben.</title>
    <itunes:subtitle>Wie viele fremde Leben ist das eigene wert? Vincent Coleman gibt eine selbstlose Antwort darauf. Im Angesicht des Todes unternimmt er alles, um unzählige Menschen vor dem Flammeninferno zu bewahren.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Vincent Coleman, glücklicher Familienvater und Fahrdienstleiter bei den Canadian Government Railways. Im Hafen von Halifax regelt er den Zugverkehr. Im Kriegsjahr 1917 kommt es im Hafen zur Katastrophe. Ein französischer Munitionsfrachter droht zu explodieren. Das Leben mehrerer hundert Menschen ist gefährdet. Für Coleman steht die Frage im Raum, wie viele Leben das eigene wert ist. Er fasst einen mutigen Entschluss. Vincent Coleman – Lebensretter.</itunes:summary>   
    <description>Wie viele fremde Leben ist das eigene wert? Vincent Coleman gibt eine selbstlose Antwort darauf. Im Angesicht des Todes unternimmt er alles, um unzählige Menschen vor dem Flammeninferno zu bewahren.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22175_20210906_133157.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22175_20210906_133157.mp3" length="34625280" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_22175_20210906_133157.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/22175_SR_HM_P_1632404039~_v-sr_Square_1400.jpg?d601377a3595910b80b64012dced6e5f'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Lebensretter;Helden;Vorbilder;Courage;Feuerkatastrophe;Halifax;Philanthropie;People;Telegraphie;Mood</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Thu, 16 Sep 2021 00:00:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>Neerja Bhanot - Löwenherz schützt die Schwächsten unter uns.</title>
    <itunes:subtitle>Ein terroristischer Angriff auf eine Boeing 747. Neerja Bhanot, 23jährige Flugbegleiterin, muss die Nerven behalten, will sie Passagieren das Leben retten.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Neerja Bhanot, 23 Jahre, Flugbegleiterin. Am 5. September 1986 wird die Boeing 747, Pan-Am-Flug 73 von Bombay nach New York, von palästinensischen Terroristen entführt. Am Airport Karatschi gelingt den Piloten die Flucht. Plötzlich ist Neerja die Ranghöchste an Bord der gekaperten Maschine. Mit Mut und List versucht sie, so viele Menschen wie möglich vor dem gewaltsamen Tod durch die Entführer zu retten. Neerja Bhanot – Löwenherz.</itunes:summary>   
    <description>Ein terroristischer Angriff auf eine Boeing 747. Neerja Bhanot, 23jährige Flugbegleiterin, muss die Nerven behalten, will sie Passagieren das Leben retten.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22174_20210906_131942.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22174_20210906_131942.mp3" length="38460480" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_22174_20210906_131942.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/pcast/img/SR_HM_P/22174_SR_HM_P_1632403433~_v-sr_Square_1400.jpg?f42ca999a59e013ab60548086ba3eb83'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>Retter;Helden;Vorbilder;Courage;wahre Geschichten;Flugzeugentführung;Terroristen;People;Geiselnahme;starke Frauen</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Thu, 09 Sep 2021 00:00:00 +0200</pubDate></item><item>
    <title>HUMAN MINDED - Trailer Staffel 1</title>
    <itunes:subtitle>Was bringst du ein in unsere Gemeinschaft? Humane Gesinnung oder Ellenbogenmentalität? HUMAN MINDED erzählt jede Woche eine spannende Geschichte über außergewöhnliche, selbstlose Menschen.</itunes:subtitle>
    <itunes:summary>Stellst du dich vor die geladene Kalaschnikow eines Terroristen, um Kinder zu schützen? Setzt du dein Leben aufs Spiel, um Menschen bei der Flucht in die Freiheit zu helfen? Was bringst du ein in unsere Gemeinschaft? Humane Gesinnung oder Ellenbogenmentalität? HUMAN MINDED erzählt jede Woche eine spannende Geschichte über außergewöhnliche Menschen, die Nächstenliebe und Uneigennützigkeit tatsächlich vorgelebt haben. Menschen, die trotz ihres großen Mutes und ihres selbstlosen Engagements dennoch weitgehend unbekannt sind. Menschen und ihre Geschichten, die du so schnell nicht wieder aus dem Kopf bekommst.</itunes:summary>   
    <description>Was bringst du ein in unsere Gemeinschaft? Humane Gesinnung oder Ellenbogenmentalität? HUMAN MINDED erzählt jede Woche eine spannende Geschichte über außergewöhnliche, selbstlose Menschen.</description>
    <link>https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22172_20210906_123057.mp3</link>
    <enclosure url="https://storage01.sr.de/podcast/SR_HM_P/SR_HM_P_22172_20210906_123057.mp3" length="5472000" type="audio/mpeg"/>
    <guid isPermaLink="false">SR_HM_P_22172_20210906_123057.mp3</guid><itunes:image href='https://sr-mediathek.de/img/sendungen/SR_HM_P~_v-sr_Square_1400.jpg?eb0c8fb95887f06e1f9ce5e1984cc198'></itunes:image><author>cchang-langhorst@sr.de</author>
        <itunes:author>Christian Chang-Langhorst</itunes:author><itunes:keywords>menschenrechte;wahre Geschichten;retter;Helden;Vorbilder;Courage;Philanthropie;true story;people;human rights</itunes:keywords><itunes:explicit>no</itunes:explicit><pubDate>Mon, 06 Sep 2021 14:00:00 +0200</pubDate></item></channel></rss>