Engagement lohnt sich

Engagement lohnt sich

Audio | 23.05.2026 | Dauer: 00:03:54 | SR kultur - (c) SR

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„Wenn du nichts veränderst, verändert sich nichts.“ Dieses Graffiti habe ich vor kurzem in Berlin entdeckt. Direkt am Checkpoint Charlie, einem der ehemaligen Grenzübergänge zwischen der DDR und der BRD. An diesem besonderen Ort habe ich versucht, mir vorzustellen, wie das gewesen sein muss damals, im geteilten Berlin, während der Diktatur der SED. Ich erinnere mich an Erzählungen. Immer ging es um die Angst vor Willkür, um das Gefühl der Ohnmacht, die Abhängigkeit von der Laune der Grenzsoldaten. Angst, Willkür, Machtmissbrauch, Gewalt und Ohnmacht prägten auch die Zeit des Nationalsozialismus. Die Mächtigen entschieden zudem wer lebenswert ist und wer nicht. Aus diesen Erfahrungen heraus ist das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland entwickelt worden. Es hat heute Geburtstag. Am 23. Mai 1949 wu„Wenn du nichts veränderst, verändert sich nichts.“ rde es verabschiedet. Damals noch als Übergangsverfassung für alle Deutschen. Die Saarländer*innen und die Deutschen in der Sowjetischen Besatzungszone fehlten noch. „Wenn du nichts veränderst, verändert sich nichts.“ Dieser Spruch passt gut zum heutigen Geburtstag finde ich. Dem Grundgesetz ist die Würde aller Menschen wichtig. Die freie Entfaltung der Persönlichkeit und die Gleichberechtigung aller Menschen. Es geht von einer Gesellschaft aus, in der sich Menschen füreinander interessieren und einsetzen. Die Demokratie ist dann besonders lebendig, wenn das viele Menschen tun. Und die Gesellschaft ist dann besonders lebens- und liebenswert, wenn sie viele Menschen mitgestalten. Manche tun dies beruflich, viele in ihrer Freizeit, als ehrenamtlich Engagierte: als Feuerwehrmann, als Lesepatin in der Grundschule, als Trainer im Sportverein, als Jugendgruppenleiterin, in der Nachbarschaftshilfe, im Stadtteilverein, in der Kirchengemeinde und und und Heute ist der Geburtstag des Grundgesetzes. Und der Ehrentag für alle, die sich ehrenamtlich engagieren. In Deutschland sind das ungefähr 30 Millionen Menschen. An sie soll heute auch gedacht werden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum sogenannten Ehrentag eingeladen. Für ihn ist der Ehrentag das, was die Menschen aus ihm machen. Mit ihm ist es also wie mit der Demokratie und der Gesellschaft. Wenn ich mich für sie einsetze, dann verändert sich etwas. Das ist ein positiver Effekt von ehrenamtlichem Engagement. Wer sich ehrenamtlich engagiert, tut etwas, das Spaß macht, Freude bereitet, kann sich persönlich weiterentwickeln, erfährt Sinn und Gemeinschaft und fühlt sich oft zufriedener und gesünder, wie Studien zeigen. Studien zeigen auch, dass Engagierte im Vergleich zu Nichtengagierten deutlich demokratischer eingestellt und zufriedener mit der Demokratie sind. Zudem neigen sie seltener zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Somit leisten sie einen zentralen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Engagement lohnt sich für alle. Ohne Engagement sind weder die Demokratie noch die Gesellschaft lebendig. Deshalb ist es für mich unverständlich, wenn Rahmenbedingungen und Unterstützungssysteme von den Regierenden gerade reduziert werden. Demokratieförderlich ist dies nicht. Umso wichtiger wird dadurch aber mein und dein Engagement. „Wenn du nichts veränderst, verändert sich nichts.“

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