Zwischenruf vom 30.10.2026

Zwischenruf vom 30.10.2026

Audio | 30.10.2026 | Dauer: 00:02:09 | SR kultur - (c) SR

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Traube Oktoberzeit ist Erntezeit: Die Kirchengemeinden haben Erntedank gefeiert. Wenn ich „Oktober“ oder „Ernte“ höre, fällt mir die Weintraube ein. Ich kann sie das ganze Jahr kaufen. Trauben kommen aus Italien oder Spanien, aus Chile oder Südafrika in die deutschen Supermärkte. Aber jetzt im Oktober ist sie auch bei uns reif – und zwar gleich um die Ecke: an Saar und Mosel, am Rhein und in weiteren deutschen Regionen. Da wird schon seit September vor allem für einen guten Wein geerntet. Weinlese ist harte körperliche Arbeit, zumindest in den Steillagen an Saar und Mosel, wo mit Hand geerntet wird. Wenn dann die Lese beendet ist, wird gefeiert. Weinfeste in den Dörfern am Fluss zeigen, wie dankbar die Menschen sind. Wein kann ein Symbol für eine gemütliche Runde, für eine vertraute Gemeinschaft sein. Wenn man feiert, gehört für manche ein guter Rot- oder Weißwein dazu. Andere trinken dann gern Traubensaft oder andere nichtalkoholische Getränke. In der Bibel ist die Weintraube Symbol für die Gemeinschaft und den Zusammenhalt der Menschen mit Gott und untereinander – für mich ein schönes Bild. Und auch der Wein wird gewürdigt: „Die Erde bringt Wein hervor, um das Menschenherz zu erfreuen“ Aber die Bibel kennt auch die fatalen Folgen des übermäßigen Genusses und warnt davor. Die Kunst im Umgang mit dieser Frucht liegt für mich genau dazwischen: Ich genieße gern ein Glas Wein, aber ich weiß auch um Missbrauch und Gefahr dieses alkoholischen Getränks.

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