Zwischenruf vom 17.08.2026

Zwischenruf vom 17.08.2026

Audio | 17.08.2026 | Dauer: 00:01:59 | SR kultur - (c) SR

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Weltmeister im Küssen Frankreich an der Weltspitze – zumindest, wenn‘s ums Küssen geht. Küsschen hier, Küsschen da Küsschen auch mal unter Männern, Frauen und natürlich: der Kuss mit der Zunge, der bis heute als French Kiss ein regelrechtes Markenzeichen ist. Und natürlich zur Begrüßung, nach festgelegten Regeln. Wer unsicher ist, kann sich im Internet informieren. In welcher Region wie viele Küsse, 2wei, drei oder gar vier? Und wo geht’s los – links oder rechts. Paris zum Beispiel beginnt rechts und zwei Küsschen sind richtig. Aber natürlich können auch andere Länder richtig küssen. Vom eleganten Handkuss für die Dame bis hin zum demütigen Küssen der Füße als Akt der Unterwerfung. Dazu ist das Küssen so alt wie die Menschheit selbst. Er küsse mich mit dem Kuss seines Mundes, denn deine Liebe ist köstlicher als Wein. So steht es in der Bibel. Überhaupt hat Küssen mit Liebe zu tun. Wo zwei Menschen plötzlich eins werden in liebevoller Zuneigung, so, wie Gott es im Paradiesgarten über Adam und Eva gesagt hat: die beiden werden ein Fleisch sein. So eng, wie nur zwei Liebende zusammenkommen. Dass Judas Jesus geküsst hat, um ihn an seine Mörder zu verraten, ist auf dem Hintergrund doppelt fies. Die höchste Form der Zuneigung als Zeichen des gemeinen Verrats. Dem Zauber des Küssens soll das aber nichts nehmen. Im Gegenteil, es zeigt, wie viel Vertrauen in einem Kuss steckt. Wie viel Geschenk und auch wie viel Hoffnung auf eine einige Menschheit. Wie schön, wenn die Franzosen da Weltmeister sind, und wie schön, wenn wir Deutsche es ihnen immer wieder nachmachen.

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