Zwischenruf vom 16.09.2026
Audio | 16.09.2026 | Dauer: 00:01:50 | SR kultur - (c) SR
Themen
Beerdigungsvorsorge
Mit meinen Eltern rede ich über vieles. Über Gesundheit. Über Geld. Über die Familie. Aber über die eigene Beerdigung? Da wird es schnell unangenehm.
Ich habe sie trotzdem einmal gefragt: Wie stellt ihr euch euren Abschied vor?
Erst waren sie irritiert. „Warum sollen wir darüber reden? Das überlassen wir euch.“
Aber je länger wir sprachen, desto klarer wurde: Ganz egal ist es ihnen dann doch nicht.
Verbrennen lassen wollen sie sich. Aber nicht in eine Urnenwand. Lieber in die Erde, vielleicht unter einem Baum. Und vor der Trauerhalle soll Musik laufen, damit die Menschen drinnen in Ruhe Abschied nehmen können.
Solche Gespräche sind nicht leicht. Aber sie tun gut. Denn wer stirbt, hinterlässt Angehörige, die ohnehin schon mit dem Verlust ringen. Da hilft es, wenn sie nicht auch noch rätseln müssen: Was hätte er gewollt? Was hätte sie sich gewünscht?
Man muss nicht gleich den ganzen Ablauf festlegen. Ein Gespräch reicht für den Anfang. Was wünsche ich mir? Welche Bestattungsform passt zu mir? Welche Musik? Und was glaube ich eigentlich, was nach dem Tod kommt?
Leichter wird der Tod dadurch nicht. Aber vielleicht wird das Abschiednehmen leichter. Für die, die gehen. Und für die, die bleiben.
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